Gewitter über Berlin (Quelle: imago/
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Vorbeugung und erste Hilfe bei Blitzeinschlag - Sommergewitter - Gefahr für die Gesundheit

Heftige Gewitter mit Blitz und Donner sind faszinierende Naturspektakel. 100.000 Volt werden dabei freigesetzt. Doch Gewitter können mitunter lebensbedrohlich werden - wenn wir den Blitzen zu nahe kommen.

Ein Blitzschlag ist lebensbedrohlich. Der Starkstrom verursacht Verbrennungen im Körper, die Organe zerstören können. Das Ausmaß der Verletzungen ist abhängig von der Eintrittsstelle und davon, wo im Körper der Strom fließt. Außerdem kommt es häufig zu Herzrhythmusstörungen:
Da das Herz über elektrische Impulse gesteuert wird, kommt es durch die elektrische Energie des Blitzschlags leicht aus dem Takt. Schlimmstenfalls bleibt das Herz ganz stehen.

Und auch wer in unmittelbarer Nähe eines Objektes steht, das vom Blitz getroffen wird,  riskiert eine Verletzung. Denn die Energie breitet sich in alle Richtungen über den Boden aus. Etwa bei einem Drittel der Blitzopfer befinden sich keine Verbrennungen am Körper: Dies zeigt, dass sie nicht direkt getroffen wurden, sondern der Blitz über den Boden oder Baum "übersprang". Liegen zwischen Blitzschlag und Donner weniger als zehn Sekunden, ist das Gewitter etwa drei Kilometer entfernt. Jetzt wird es gefährlich. Der Blitz ist in bedrohlicher Nähe.

Was tun, wenn ein Gewitter naht?

"Weiche der Eiche und suche die Buche", sagt der Volksmund. Doch beide Varianten sind gleichermaßen lebensgefährlich. Denn der Blitzschutz ist natürlich nicht abhängig von der Baumart, sondern die Höhe im Vergleich zu den anderen Bäumen gibt das Gefahrenpotential an. Blitze schlagen immer in die höchsten Objekte ein, deshalb ist im inneren eines Waldes mit gleichmäßigem Baumbestand die Gefährdung weniger hoch als am Waldrand.

Möglichst sollte zum nächsten Baum oder Gebäude ein Mindestabstand von fünf Metern gewahrt werden. Auch eine ebene Wasseroberfläche erhöht die Gefahr für einen Blitzeinschlag. Ragt etwas Hohes, wie zum Beispiel ein stehender Mensch oder ein Bootsmast aus dem Wasser kann es gefährlich werden. Wer es mit seinem Schiff nicht rechtzeitig in einen Hafen schafft, sollte auf keinen Fall an Deck bleiben, sondern Schutz unten in der Kajüte suchen, am besten auf einem isolierenden, nicht feuchten Untergrund.

Nur derjenige, der sich in einem Gebäude mit Blitzschutzanlage, in einem geschlossenen Auto, Campingwagen oder in einer Metallkabine befindet, ist wirklich sicher. Ein Cabriolet mit Stoffdach bietet keinen sicheren Schutz. Wenn kein Haus in der Nähe ist, sollte man sich hinhocken und so klein wie möglich machen. Ganz wichtig dabei: die Füße müssen ganz eng aneinander stehen, sonst kann sich über den Boden eine so genannte Schrittspannung zwischen den Füßen aufbauen.

Auf keinen Fall sollte man sich flach auf den Boden legen oder mit den Händen auf dem Boden abstützen. Gruppen sollten nicht zusammenstehen und dabei die Hände halten. Vorsicht geboten ist auch bei der Benutzung eines Regenschirms: Hat er eine Metallspitze und befindet, die sich bei aufgespanntem Schirm über dem Kopf, kann der Blitz dort einschlagen. Auch sollte man sich bei einem nahen Gewitter nicht an Wände anlehnen und in einem Haus ohne Blitzableiter nicht Duschen. Blitzableiter am Haus schützen nicht in jedem Fall vor der Zerstörung von elektrischen Geräten. Um das sicher zu vermeiden, muss man alle Stecker von Haushaltsgeräten, Musikanlagen und Computern aus den Dosen ziehen.

Vom Blitz getroffen

Ist eine Person vom Blitz getroffen, muss man sofort erste Hilfe leisten und einen Notarzt verständigen. Die Gefahr eines erneuten Blitzeinschlages ist nicht hoch. Zu den ersten Maßnahmen gehört die richtige Lagerung oder wenn der Betroffene nicht mehr atmet, Mund-zu-Mund-Beatmung und Wiederbelebungsmaßnahmen. Besser ist es, sich schon bei Anzeichen eines Gewitters (aufsteigender Haufenwolken, Schwüle mit aufkommendem Wind, Donner und Wetterleuchten) in Sicherheit zu bringen. Dann kann man das Schauspiel sicher geschützt durchs Fenster beobachten.

Beitrag von Susanne Fass

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