Eingang des Robert Koch Instituts, Berlin (Quelle: imago/Schöning)
Bild: imago/Schöning

Robert-Koch-Institut wird 125 Jahre - Auf den Spuren der Mikroben

Im Jahr 1891, vor mittlerweile 125 Jahren, wurde das Robert-Koch-Institut (RKI) gegründet. Das RKI lädt aus diesem Anlass im laufenden Jahr zu diversen Veranstaltungen ein. So wird es eine wissenschaftliche Tagung zum Thema öffentliche Gesundheit geben, es sind Vorträge geplant und es werden spezielle Veranstaltungen für Kinder stattfinden. Die rbb Praxis begleitet das Jubiläum. Zunächst wollen wir Ihnen das Institut selbst und seine Aufgaben vorstellen. 

Die Gründung des RKI geht auf seinen heutigen Namensgeber zurück: den deutschen Arzt und Mikrobiologen Robert Koch. Er entdeckte Ende des vorletzten Jahrhunderts die Tuberkulose-Bakterien und meinte sogar, mit Tuberkulin – eine Mixtur aus abgetöteten Bakterienbestandteilen – eine Therapie gegen die tödliche Infektionskrankheit gefunden zu haben. Tuberkulin stellte sich später als Flop heraus, doch Kochs Forschungen lösten in der medizinischen Welt einen Hype aus, der in der Gründung des Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten mündete. Koch selbst leitete das Institut bis 1904. Im Jahr 1912 – 30 Jahre nach Entdeckung des Tuberkulosebazillus – bekam es seinen Namen.

Das RKI ist eine der ältesten Einrichtungen der Welt, die sich um die Gesundheit der Bevölkerung kümmern. Dabei gilt es vor allem, gesundheitliche Trends und Phänomene einzuordnen und Handlungsempfehlungen abzugeben. Passivrauchen, Zika-Virus, Stammzellforschung – es gibt kaum ein Thema, bei dem das RKI nicht Experte wäre.
 
Oberste Priorität der RKI-Forscher haben auch heute – 125 Jahre nach der Gründung – noch immer die Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Zu den untersuchten Erregern gehören Bakterien und Viren ebenso wie Pilze, Parasiten und Prionen. Die Wissenschaftler erforschen die Verbreitung von Erreger, untersuchen, welche Krankheiten sie auslösen und wie sie sich am besten therapieren lassen. 

Doch nicht nur Infektionskrankheiten, sondern auch Risikofaktoren, Möglichkeiten der Prävention und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder psychischen Störungen stehen auf der Institutsagenda. Zudem erhebt das RKI große Datenmengen zu Lebensqualität, Lebensstil und Gesundheitsrisiken. Dafür werden Bevölkerungsgruppen – Kinder, ältere Menschen, Schwangere – befragt und untersucht.

Ein Patient erhält eine Schutzimpfung (Bild: dpa)

Die dabei gewonnen Ergebnisse helfen, die Gesundheitspolitik und die Fachöffentlichkeit, insbesondere den Öffentlichen Gesundheitsdienst, zu beraten und Empfehlungen abzugeben, beispielsweise für bestimmte Impfungen oder welche Checks die kindlichen Reihenuntersuchungen beinhalten sollten.
 
Seit dem Jahr 2002 zählt auch die Bioterrorismusabwehr zu den Aufgaben des RKI. Das dort angesiedelte Zentrum für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene entwickelt Testverfahren für bioterroristisch relevante Erreger und erarbeitet Konzepte, wie einem Anschlag wirksam begegnet werden könnte.
 
Ebenfalls seit 2002 ist das RKI Genehmigungsbehörde für den Import und die Verwendung embryonaler Stammzellen. Darüber hinaus führt das RKI die Geschäftsstelle der interdiszi- plinär besetzten Gendiagnostik-Kommission, die durch das Gendiagnostikgesetz von 2009 ins Leben gerufen wurde und Richtlinien für die Anwendung genetischer Tests entwickelt.
 
Die Arbeit des RKI hört nicht an den Landesgrenzen auf. Auch bei internationalen medizinischen Katastrophen wie dem Ebola-Ausbruch in Westafrika ist das Institut gefragt, um beispielsweise vor Ort den öffentlichen Gesundheitsdienst und die wissenschaftlich-medizinische Expertise zu stärken.
 
Um die zahlreichen Aufgaben zu bewältigen, arbeiten insgesamt 1100 Menschen am RKI, rund 450 davon sind Wissenschaftler. Das Robert Koch-Institut hat seinen Hauptsitz und zwei Außenstellen in Berlin sowie einen Standort in Wernigerode im Harz.  
 
Text: Constanze Löffler