Roter Mund, Quelle: dpa

Zum Valentinstag - Küssen macht Spaß und ist gesund

Der Held umschlingt die Schöne, nimmt sie in die Arme und drückt seine Lippen zart auf ihren Mund. Tausendmal gesehen, tausendmal gemacht - sollte man hoffen. Doch die Deutschen küssen zu wenig. Deswegen rät die Psychologin Ann-Marlene Henning, mehr und intensiver zu küssen - und gesund ist das auch noch!

"Küssen ist sehr gesund! Beim Küssen werden erstaunlich viele Bakterien ausgetauscht, was sehr gut für das Immunsystem ist", sagte die Kuss-Expertin der dapd.

Zudem würden beim Küssen Hormone ausgeschüttet, die eine stressdämpfende Wirkung hätten. Also geht der Rat an die Deutschen sich mehrmals täglich zu küssen. Interessant ist diese Methode: Einfach mal die täglichen Küsse zählen. Sind es an einem guten Tag zehn, nächsten Tag gleich wieder versuchen, die Zahl zu halten. Und wenn mal Streit in der Luft liegt, über den Schatten springen und das ganze mit einem Kuss beenden.

Skulptur 'Der Kuss' von Rodin, Quelle: dpa

Aber der Kuss kann gesundheitlich noch mehr

Wer küsst, schützt seine Zähne vor Karies und Paradontose und macht zugleich etwas für seine Schönheit. Durch den Austausch von Bakterien wirkt ein ausgiebiger Kuss wie eine Schluckimpfung. Es werden Abwehrzellen mobilisiert, die gegen die Fremdkörper angehen.

Küsse sind auch ein wahrer Energieschub: Der Blutdruck steigt kurz auf 180, der Puls verdoppelt sich, Das regt den Kreislauf und Stoffwechsel an. Laut Wissenschaft soll man beim Küssen so viele Kalorien verbrennen wie ein Jogger auf 100 Metern – dafür muss man allerdings mindestens zehn Minuten innig küssen.

Außerdem werden viele Hormone beim Küssen ausgeschüttet: Adrenalin und Dopamin, die dafür verantwortlich sind, Schmerzen zu hemmen. Das Stresshormon Kortisol wird eingedämmt. So wirkt der Kuss in Stress-Situationen entspannend, baut Ängste ab und fördert gute Laune, weil die Glückshormone Serotonin und Endorphin ausgeschüttet. werden.

Ursprünglich soll das Küssen ein Fütterungsritual gewesen sein. Es gibt sogar noch Völker, die das noch heute praktizieren. Die Mutter kaut das Essen vor und dann wird die Nahrung sozusagen in das Kind hineingeküsst, so die Psychologin Ann-Marlene Henning.

Nicht überall wird munter drauflos geküsst. Gerade der mit Liebe oder Sexualität verbundene Kuss auf den Mund scheint vor allem europäischen Ursprungs zu sein. Über die Chinesen schrieb 1897 ein französischer Ethnologe, sie empfänden den Kuss der Europäer als eine ekelhafte Spielart von Kannibalismus.

Die Inuit in Grönland oder die Maori in Neuseeland zum Beispiel reiben lieber ihre Nasen aneinander und schnuppern an des anderen Wange. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Schnüffel- oder Nasenkuss Anfang des 20. Jahrhunderts sogar weltweit weiter verbreitet war als der Mundkuss.

(Quellen: dpa, dapd, rbb PRAXIS)