Zecken in Petrischale (Quelle: Colourbox)
Bild: Colourbox

- Zähe Zecken

Zecken sind zähe Wesen. Zecken überstehen einen Schleudergang bei 40 Grad, können wochenlang unter Wasser leben, ertragen Minusgrade und überleben mehrere Tage in einer Wohnung. Die rbb Praxis gibt Tipps, wie Ihre Wäsche trotzdem zeckenfrei wird.

Zecken gibt es seit 350 Millionen Jahren und sie haben sich im Laufe der Evolution kaum verändert. Kein Wunder, denn Zecken sind äußerst zäh. Der Berliner Biologe Dr. Hans Dautel hat sich auf blutsaugende Gliedertiere spezialisiert, insbesondere auf Zecken und Milben. Seit mehr als 10 Jahren erforscht er die Physiologie und Ökologie einheimischer Zecken – und weiß, wo die Stärken und Schwächen der kleinen Biester sind.

Überleben in der Wohnung

Beispiel natürlicher Lebensraum: Lange hatte man geglaubt, dass Zecken lediglich ein bis zwei Tage außerhalb ihres natürlichen, feuchten Lebensraumes überleben. Experte Dr. Dautel hat das widerlegt. Hungrige erwachsene Zecken – solche also, die noch nicht Blut gesaugt haben – können immerhin vier bis fünf Tage in trockenen Wohnungen überleben. Vorsicht ist also nach einem Waldspaziergang geboten: Man sollte Jacke und Hose lieber einmal mehr absuchen, bevor man sie zurück in den Schrank hängt.

Waschmaschine schadet nicht

Wer meint, dass spätestens die Waschmaschine den Zecken den Garaus macht, der irrt. Zecken überleben selbst einen Wasch- und Schleudergang mit Waschpulver und Weichspüler. Vor allem bei den Nymphen und den weiblichen Zecken ist die Überlebensrate laut Dr. Dautel extrem hoch. Als entscheidenden Faktor für das Überleben der Zecken hat der Experte die Temperatur des Waschgangs identifiziert. Wassermenge, Umdrehungsanzahl und die Wahl des Waschmittels sind demgegenüber wenig relevant.

Auch Minusgraden trotzen die Zecken übrigens. Im Tiefkühlfach bei minus 12 Grad Celsius gibt es nach 24 Stunden immer noch überlebende Zecken. In der freien Natur dürfte es noch einfacher sein: Unter einer geschlossenen Schneedecke sind die Temperaturen selbst bei Dauerfrost noch moderat.

Nur Extreme töten ab

Auch Wasser schadet den Krabbeltierchen nicht. Für diese Erkenntnis steckte Dr. Dautel Zecken in ein Aquarium: Sie überlebten bis zu drei Wochen unter Wasser. Je mehr Sauerstoff im Wasser war, desto länger hielten die Blutsauger durch. Sicher abgetötet werden Zecken im Trockner. Temperaturen um die 60 Grad Celsius machen ihnen den Garaus. Auch Vereisungs-Spray, das minus 30 Grad erzeugt, tötet Zecken ab.

Zecke sucht sich ab sieben Grad einen Wirt

Fazit: Durch den Klimawandel bedingten Temperaturanstieg überleben Zecken immer häufiger – und werden für den Menschen zur ganzjährigen Gefahr. Es gibt Untersuchungen, dass Zecken ab sieben Grad Celsius aktiv sind und auf die Suche nach einem Wirt gehen. Wenn der Boden im Winter nicht mehr richtig durchfriert, kann man davon ausgehen, dass zumindest einige Zecken das ganze Jahr über aktiv sind. Die Zecken werden uns also bald das ganze Jahr über begleiten, zumindest in so milden Wintern wie dem letzten.

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