Filmstill aus "Whitney - Can I Be Me" (Quelle: Arsenal Filmverleih)
Arsenal Filmverleih
Bild: Arsenal Filmverleih

- 'Whitney: Can I Be Me' - Filmdoku über Whitney Houston

Sie war eine der größten Sängerin aller Zeiten: Whitney Houston. Die Regisseure Nick Broomfield und Rudi Dolezal zeigen in ihrer Filmdoku anhand bislang unveröffentlichten Aufnahmen, wie Whitney Houston ihre steile Karriere hinlegte, die so abrupt mit ihrem Tod im Alter von nur 48 Jahren endete.

Es ist Whitney Houstons größter Hit. Gleichzeitig der Soundtrack ihres tragischen Lebens. "I will always love you" - die Hymne einer Liebe, die nicht erfüllt wird.

Die Welttournee 1999: Auf der Bühne verzaubert sie ihr Publikum. Hinter den Kulissen spielt sich eine Tragödie ab. Als Whitney Houston 2012 tot in der Badewanne einer Hotelsuite gefunden wird, ist die Boulevardpresse nicht mehr überrascht: Es ist das Ende einer Drogensüchtigen.

Doch wie kam es dazu, dass die Frau, die ein Millionenpublikum beglückte, selbst so unglücklich und verzweifelt starb? Der Dokumentarfilm "Whitney: Can I Be Me" geht dieser Frage nach. Und findet eine einfache Antwort.

Pattie Howard, Background-Sängerin

"Sie hatte ein gebrochenes Herz."

Mit 21 beginnt für Whitney eine kometenhafte Karriere. Sie ist der erste farbige Crossover-Star. Eine schwarze Popikone, aufgebaut für ein weißes Massenpublikum. Doch ihre Wurzeln liegen in einem der ärmsten Schwarzenviertel Amerikas: Newark. Rassenunruhen und Drogen gehören zum Alltag. Aber auch: Gottesfurcht und Musik. Mit 12 Jahren brilliert sie im Kirchenchor ihrer Mutter. Cissy Houston treibt die Karriere ihrer Tochter voran, koste es, was es wolle.

Pattie Howard, Background-Sängerin
"Wir hatten noch keine Beyoncés, und jede afroamerikanische Sängerin die heute ganz oben mitspielt, hat das letztlich Whitney zu verdanken. So eine Karriere gab es vorher einfach nicht. Whitney hat Geschichte für uns geschrieben und sie hat einen hohen Preis dafür gezahlt."


Whitney Houstons Erfolg baut auf einem makellosen Image auf. Sie ist Projektionsfläche für ein weißes, heterosexuelles Publikum. Da passt es weder der Plattenfirma noch der eigenen Familie, dass der Mensch, den sie am meisten liebt, eine Frau ist: ihre Jugendfreundin Robyn Crawford, Managerin und persönliche Assistentin.

Oprah Winfrey, Talkshow-Moderatorin

"Glauben Sie, Whitney war in einer lesbischen Beziehung mit Robyn?"
Cissy Houston, Mutter von Whitney Houston
"Ich weiss es nicht."
Oprah Winfrey
"Hätte es ihnen etwas ausgemacht, wenn Whitney lesbisch wäre?"
Cissy Houston
"Absolut."
Oprah Winfrey
"Es hätte sie gestört?"
Cissy Houston
"Ja."
Oprah Winfrey
"Waren Sie froh, als Bobby Brown auf der Bildfläche erschien?"
Cissy Houston
"Nein."


Als Whitney Houston den R'n'B-Sänger Bobby Brown heiratet, wird den öffentlichen Spekulationen um ihre sexuelle Orientierung ein Ende gesetzt. Bobby gilt als Bad Boy. Verbunden ist das Paar vor allem über einen immer ausschweifenderen Drogenkonsum.
Sieben Jahre lang schafft es Robyn an Whitneys Seite zu bleiben und Bobby die Stirn zu bieten.

Kevin Ammons, Freund

"Robyn und Whitney waren wie Zwillinge - unzertrennlich."

Eine Narbe an Robyns Hals. Spuren eines Kampfes um Whitney?

David Roberts, Whitney Houstons Bodyguard

"Bobby Brown und Robyn Crawford waren wie Feuer und Wasser, wie Benzin und ein Kurzschluss. Sie hassten sich. Es gab Handgreiflichkeiten zwischen den beiden. Aber nicht immer war Bobby der Gewinner. Irgendwann wurde es unerträglich. Und Robyn zog die Konsequenz."

Auf der Welttournee 1999 geht die Reise für Robyn zu Ende.

Allison Samuels, Freundin und Journalistin

"Da waren Drogen, aber alle schauten nur auf Whitneys Liebesleben. Robyn verschwand vollkommen. Ich weiß nicht ob man ihr Geld gab, aber das war Whitneys Absturz. Robyn war der Mensch, der ihr Halt gab. Und ich glaube, deshalb wurden die Drogen so wichtig für sie."


"Whitney. Can I be me" ist ein eindrücklicher Film, der einen neuen Blick auf den Menschen Whitney Houston wirft. Und zeigt, dass selbst eine Ikone wie sie dem unbarmherzigen Druck zur Selbstverleugnung nicht Stand halten konnte.


Autorin: Charlotte Pollex

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