Dänischer Künstler des Designer-Kollektivs "On-Off-Berlin" bei 48 Stunden Neukölln (Quelle: rbb)
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- Kulturtipps

Tipp 1: "Die Erfindung der Pressefreiheit" im DHM 
Tipp 2: "Ein Traum von Weltmusik" im HAU
Tipp 3: 48 Stunden Neukölln

Ende des 19. Jahrhunderts verlassen viele Fotografen ihre Ateliers und dokumentieren das echte Leben. Daraus entsteht die Pressefotografie. Jetzt zeigt das Deutsche Historische Museum die Entwicklung dieses neuen Fotojournalismus. Zu sehen sind 340 Originalabzüge aus der Sammlung Ullstein, entstanden zwischen 1894 und 1945. 

Katrin Bomhoff, Co-Kuratorin "Ullstein Bild"
"Das Überraschende bei diesen frühen Fotografien ist, dass die Fotografen sich sehr bewusst waren, welche Möglichkeiten sie ausschöpfen können, dass sie das taten, dass sie schon damals ein weltweites Geschäft betrieben."


Politik und Unterhaltungsindustrie wissen die Macht der Bilder schnell für sich zu nutzen.

Wenn Musiker aus aller Welt moderne E-Musik aus Deutschland interpretieren, klingt das ganz anders, als man es erwartet. Unter dem Titel "Ein Traum von Weltmusik" spielen Musiker aus Berlin Werke von Karl Heinz Stockhausen, Hans Otte oder Grete von Zieritz, die ihre Kompositionen einst selbst "Welt Musik" nannten.

Der Musikproduzent Jochen Kühling nahm das wörtlich und hat die Musiker eingeladen, die alten Werke neu zu beleben. Die waren anfangs skeptisch.

Jochen Kühling, Musikproduzent
"Mittlerweile sind alle mit richtig Feuer dabei und haben alle richtig was gelernt und lernen immer noch dazu, weil sie sich mit einer Musik auseinandersetzen, die bei ihnen wieder neue Türen öffnet und heute Gedanken über Musik auslöst. Was Besseres kann man gar nicht machen."


Das Projekt "Ein Traum von Weltmusik" ist eine hörenswerte Neuentdeckung, die sich die Komponisten Neuer Musik aus den 60er Jahren so wohl nicht hätten träumen lassen.  

An mehr als 250 Orten verwandeln mehr als 1.200 Künstler Neukölln in eine Kunstmeile. Für "48 Stunden Neukölln" sind auch diese vier Künstler aus Dänemark angereist. Seit zwei Wochen arbeiten sie mit dem Designer-Kollektiv "On-Off-Berlin" an ihrer "Co-Machine" - mit der man die Umgebung unbemerkt fotografieren kann.

Dan Dorocic, Architekt
"Das hier bekommt Reifen und wird dann umgedreht und bewegt sich auf der kurzen Seite. Es ist dann eine Art versteckter Berliner Fotoautomat mit einem Sehrohr. Daraus machen wir eine interaktive Installation."


Wer mit der "Co-Machine" mal mitfahren und fotografieren will, kann das am Wochenende ausprobieren. Auf dem Weg vom Richard- zum Rollbergplatz. 


Autorin: Margarete Kreuzer

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