Das Futurium-Gebäude
Inforadio/T. Prinzler
Das Futurium-Gebäude (Bild: Inforadio/T. Prinzler) | Bild: Inforadio/T. Prinzler

- Kulturnotizen

Das Futurium im Berliner Regierungsviertel
"Jean Fouquet. Das Diptychon von Melun" in der Gemäldegalerie
"The Future Is F*e*m*a*l*e*" in den Sophiensälen

Wie ein spektakuläres Raumschiff scheint das "Futurium" im Regierungsviertel zu schweben. Hier sollen sich Visionäre treffen, um Ideen für das Leben in der Zukunft zu entwickelt. Und jeder kann mitmachen.

Ein  Museum, Labor und Forum für alle, die über das Verhältnis von Natur, Technik und Mensch nachdenken wollen. Wie sehr die Maschinen schon menschliche Rollen angenommen haben, das zeigt die Roboter-Band "Compressorhead", die hier aufgetreten sind.

Stefan Brandt, Direktor "Futurium"
"Wenn wir aber jetzt vor Durchbrüchen stehen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, und das nur annähernd in der Geschwindigkeit so läuft wie die Entwicklung des Internets, an das vor 100 Jahren auch noch niemand gedacht hat, dann stellt sich irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft die Hierarchiefrage: Wer dominiert wen, wer bestimmt wen."


Noch ist das "Futurium" in der Entwicklungsphase. Bald sollen sich hier Künstler, Wissenschaftler und Ingenieure treffen, um die Fragen der Zukunft anzugehen: Wie werden und wollen wir leben?

Ein kleine Sensation: "Das Diptychon von Melun" von Jean Fouquet wird erstmals nach 80 Jahren in der Gemäldegalerie wieder zusammen geführt.

Die Brust der Madonna - rund wie ein Ball: Das war damals neu. Jean Fouquet hat sich getraut den Blick zu öffnen und sich als erster Maler nördlich der Alpen von den italienischen Renaissancekünstler inspirieren lassen.

Stephan Kemperdick, Kurator

"Wir haben hier eine besonders schöne Porträtzeichnung, sicherlich nach dem Leben gemacht, die ist etwas Besonderes, weil es die fast erste große Porträtzeichnung ist, die es überhaupt gibt. Also, auch da hat er für seine Zeit absolut Neues beschritten
."

Jean Fouquet war Visionär an der Schwelle der Spätgotik zur Frührenaissance. "Das Diptychon von Melun" ein Höhepunkt für Kunstliebhaber.

"The Future is Female" heißt das feministische Festival für Utopien in den Sophiensäalen. Installationen, Workshops und Theaterstücke untersuchen aus ungewöhnlicher Perspektive weibliche Rollenbilder.

In dem beeindruckenden Stück "Queens" geht es um matriarchalische Gesellschaften in Afrika vor der Kolonialzeit. Was können wir aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen?

Simone Dede Ayivi, Schauspielerin
"Die Frage ist wirklich eine utopische. Wie wollen wir weitergehen? Und da dann eben zu schauen, was gab es davor und zu gucken, manchmal ist es ja auch ganz gut, die Antworten in der Vergangenheit zu suchen."

"The Future is Female" ist ein inspirierendes Festival für Frauen und für Männer, die gerne in die Zukunft blicken.


Autorin: Margarete Kreuzer

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