Szene aus dem Theaterstück "It can't happen here" (Quelle: rbb)
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Bild: rbb

- Kulturnotizen

"Die Oderberger Straße"
"Kriegsfotografinnen in Europa 1914-1945"
"It Can‘t Happen Here"

Nadja Klier ist in der Oderberger Straße aufgewachsen und hat ihr nun ein Buch gewidmet. Gemeinsam mit ihrer Mutter Freya erzählt sie die Geschichte der Oderberger, geprägt von Teilung, Widerstand und Wende. Es ist auch ihre eigene Geschichte.

Nadja Klier, Autorin
"Wir hatten einfach das Bedürfnis zu erzählen, wie es damals war. Und es ist auch schön, wenn zwei Autoren aus zwei Generationen, die über das Gleiche erzählen, das wird ein ganz rundes Bild davon, es ist eigentlich besser, als wenn nur einer darüber spricht."

Wo sich heute der "Easyjetset" tummelt, war vor der Wende das Zentrum der Unangepassten der DDR. Außenklo und Kohleofen statt Termomix und Yogamatte.

Nadja Klier, Autorin

"Wahrscheinlich wissen die meisten Leute nicht, was los war, es sei denn sie sind schon sehr interessiert oder sie haben einen guten Reisefüher, da steht es vielleicht drin."

Und wenn nicht, dann haben sie vielleicht das Buch "Die Oderberger Straße" dabei.

Ob als Kutscherinnen, Kohleträgerinnen oder Soldatinnen, in beiden Weltkriegen übernahmen Frauen Männeraufgaben. Auch an der Front. Das verborgene Museum zeigt noch nie gesehene Bilder zwischen "Kriegsalltag und Abenteuerlust", so der Titel der Ausstellung, ausnahmslos von Fotografinnen.

Marion Beckers, Kuratorin

"Hier können wir jetzt einige Beispiele zeigen von wirklich Frauen aus Europa, aus allen möglichen Ländern, die es geschafft haben, auf eigene Initiative überwiegend, an die Front bzw. ins Hinterland zu kommen."


Es sind Bilder, in denen sich Kriegeslust und Empathie abwechseln. Ein Blick in den Kriegsalltag in dem die Menschen, nicht die Waffen im Mittelpunkt stehen.

Was passiert wenn ein Populist Präsident wird? Das Deutsche Theater hat Sinclaire Lewis Roman "Das kann hier nicht passieren" für die Bühne adaptiert. Der Roman wurde bereits 1935 verfasst. Worum geht es im Kern?

Camill Jammal, Schauspieler

"In unserer Inszenierung stellen wir quasi die Frage, was muss noch passieren, damit jemand aufsteht, was muss noch passieren, damit jemand weiß, wie man zu handeln hat - und was heißt handeln? Heißt handeln, es gibt nur das Wort, die Stimme der Vernunft oder ist es tatsächlich die Waffe."


Camill Jammal, Schauspieler

"Als ich dann da vorne stand und es losging und ich meine ersten Sätze gesagt habe, schoss es mir schon so ein, dass Trump ein Tag zuvor bei der UN-Vollversammlung gesagt hat, er möchte Nordkorea dem Erdboden gleichmachen. Ich habe selten im Theater das Gefühl, so nah an der Zeit zu sein."


Autorin: Maren Unseld

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