Ausstellungsobjekt von Sol Calero (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Kulturnotizen

+ Preis der Nationalgalerie 2017 im Hamburger Bahnhof
+ "Das Hochhaus" von Katharina Greve
+ Ausstellung "Lost Words" von Chiharu Shiota

Mitten im Hamburger Bahnhof eine tropische Oase. "Amazonas Shopping Center" heißt die knallbunte Installation der Künstlerin Sol Calero. Sie ist damit für den Preis der Nationalgalerie nominiert – wie auch drei andere junge Frauen.

Sol Calero wird in Venezuela geboren, geht mit 17 nach Spanien. Sie erklärt uns, was ihre Kunst mit ihrer Geschichte als Einwanderin zu tun hat.

Sol Calero - Künstlerin
"Meine Installationen sind sozialen Räumen nachempfunden, in denen sich Einwanderer aufhalten würden. Es geht darum, wie Menschen ihre eigene Kultur in einem anderen Land präsentieren, weil man dabei immer auch auf Klischees zurückgreift."


Am 20. Oktober vergibt eine Jury den Preis der Nationalgalerie - Sol Calero hätte ihn verdient.

Hochhäuser. Viele Etagen, viele Menschen, viele Geschichten. Die perfekte Spielwiese für Comic-Zeichnerin Katharina Greve. Die studierte Architektin hat zwei Jahre lang an ihrem eigenen, digitalen Hochhaus gebaut. Das gibt es jetzt auch in Buchform. Herausgekommen sind 102 Etagen. Sie erzählen aus unser aller Leben.

Katharina Greve, Comic-Zeichnerin
"Ich glaube ja auch, dass da immer ein bisschen Neugierde reinspielt, was macht eigentlich mein Nachbar gerade. Und dieses Buch und dieser Web-Comic erzählen ja vielleicht so ein bisschen was oder inspirieren einen dazu, was eigentlich die Nachbarn gerade machen."


750 Kilometer schwarzer Faden. Wie ein riesiges Spinnennetz spannt er sich durch die Haupthalle der Nikolaikirche. Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota ist international bekannt für ihre raumgreifenden Fadeninstallationen.

Chiharu Shiota, Künstlerin
"I put Bibel bible pages, and it’s about over hundred different languages."

4.000 Bibelseiten sind es insgesamt. Im Mittelpunkt der Installation stehen die Zehn Gebote, erklärt Kuratorin Frizzi Krella.

Frizzi Krella, Kuratorin
"Wie gehen wir um mit dem Gebot zum Beispiel 'Du sollst nicht töten' in einer Zeit, die voller Kriege und voller Töten steckt. Sie fragt nach den Dingen, die verloren gegangen sind, ob sie noch da sind, ob sich die Menschen noch daran erinnern. Wenn sie hier diese Worte lesen. Diese Zehn Gebote, was bedeuten sie uns heute?"

Zwei Wochen haben Chiharu Shiota und ihr Team in der Nikolaikirche gearbeitet. Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend.


Autorin: Anna Tschöpe  

weitere Themen der Sendung

Simon Egbert (Quelle: rbb)
rbb

"Pre-Crime" - wenn Computer Verbrechen vorhersagen

Was wäre, wenn die Polizei vor einer Tat am Ort des Verbrechens sein könnte? Wenn Computer Straftaten voraussagen könnten? Klingt nach Science-Fiction, ist aber schon lange Realität. Das zeigt der Dokumentarfilm "Pre-Crime".

Standbild: Innenbereich der Staatsoper Berlin (Quelle: Abendschau)
Abendschau

Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper

Die Staatsoper unter den Linden war Berlin erstes Opernhaus, vor 275 Jahren wurde sie eröffnet. In der traditionsreichen Geschichte des Hauses sind sieben Jahre Sanierungszeit quasi ein Wimpernschlag. Für die Menschen, die hier arbeiten aber war es eine lange Zeit.  

Berliner Taxifahrer über schlechte Laune (Quelle: rbb)
rbb

"Lob der schlechten Laune" - ein Buch von Andrea Gerk

Was haben Thomas Bernhard, Dagobert Duck und Jack Nicholson gemeinsam? Sie stehen in ihren Geschichten und Rollen oftmals für die mürrischen und misanthropischen Helden. Die Autorin Andrea Gerk zeigt in ihrem Buch "Lob der schlechten Laune", dass Übellaunigkeit nicht schlecht sein muss. 

Archiv: Schauspieler Andreas Schmidt im Interview (Quelle: rbb)
rbb

Andreas Schmidt

Der Schauspieler, Grimme- und Filmpreisträger Andreas Schmidt ist im Alter von 53 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Ein Millionenpublikum hat ihn in Erinnerung - etwa durch seine Rolle in Andreas Dresens Spielfilm "Sommer vorm Balkon" oder die "Krause"-Reihe.

Prometheus Delivered (Quelle: rbb)
rbb

"Prometheus Delivered" im Haus am Lützowplatz

Der Künstler Thomas Feuerstein bezieht sich in seiner neuen Ausstellung auf die antike Prometheus-Sage: "Prometheus Delivered" - ein Wortspiel, das ausgeliefert, aber auch "entlebert" bedeuten kann. Till Reiners hat sich die Schau angesehen.