Hannes Schilling (Quelle: rbb)
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- Kulturnotizen

+ Sabine Weiss: "Un regard personnel"
+ analogueNOW!-Workshops
+ "Grenzgänger" beim Filmfest Eberswalde

Die Verliebten, die Verlassenen, die Alten und die Jungen - über ein halbes Jahrhundert hat die große Pariser Fotografin Sabine Weiss sie alle abgebildet.

Sabine Weiss, Fotografin
"Egal ob ein tragischer oder glücklicher Moment. Mir war es immer wichtig, das Innere der Menschen zu zeigen, die ich vor mir habe."

Die 93-Jährige ist die letzte Vertreterin der humanistischen Fotografie. Ob Star-Porträts, wie von Ella Fitzgerald und Alberto Giacometti, oder Schnappschüsse von der Straße. Endlich sind ihre legendären Fotografien in Berlin zu sehen.

Schnell mal ein Bild machen ist nicht ihr Ding. Für ein Foto mit der Lochkamera braucht Sabine Alex vor allem eines: Zeit.

Das heißt auch mal drei Minuten still stehen. Hergestellt hat sie die Kamera aus einer Kaffeedose.

Sabine Alex, Initiatorin der "Mobilen Dunkelkammer"
"Hier vorne hat man das Loch, das ist winzig klein mit einer Stecknadel gemacht und dann abgeschmirgelt. Und dieses Loch reicht aus um ein Fotopapier zu belichten."

Nun muss das Bild in der Dunkelkammer nur noch "auf die Welt gebracht werden".

Sabine Alex, Initiatorin der "Mobilen Dunkelkammer"
"Ich fühle mich wie so eine Hebamme. Eine Bilderhebamme. Beim Fotografieren hat man noch ungefähr eine Ahnung wie es wird, weil man ja eine Erfahrung hat quasi. Aber bei einer Lochkamera ist das immer anders."

Beim Analogue Now Fotofestival gibt sie Workshops und führt in die Geheimnisse der Lochbildfotografie ein.

Seit gestern zeigt das Filmfest Eberswalde wieder Filme aus und über die Provinz. Darunter auch Hannes Schillings Dokumentarfilm "Grenzgänger". Der Regiestudent hat im Oderbruch zwei Bürgerpatrouillen begleitet. Nacht für Nacht stehen sie auf der Straße, aus Angst vor Einbrüchen.

Szene aus "Grenzgänger"
"Viel Polizei wurde abgezogen. Und irgendwie hatten die Leute dann das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein."

Beklemmung macht sich breit. Ein Gefühl, das sich während der nächtlichen Dreharbeiten auch auf den Filmemacher selbst übertragen hat.

Hannes Schilling, Regisseur
"Wenn Du merkst, dass die Leute Angst haben und Du bist dann selber in einem dunklen Raum, dann hast Du auf einmal auch Angst."

Am Dienstagabend zeigt das Filmfest Eberswalde den Film im Wettbewerb.


Autorin: Karolin Krämer

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