Bertolt Brecht im Jahr 1956 (Quelle: dpa/Jörg Kolbe
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- Kulturnotizen

+ Bertolt-Brecht-Archiv mit digitalisierten Filmen
+ Ausstellung: Helmut Newton und Guy Bourdin
+ 17. Französische Filmwoche Berlin

Bertolt-Brecht-Archiv

Zu Besuch im Filmarchiv der Kinemathek. Auf dieser Filmrolle liegt ein wahrer Schatz – der erste überlieferte Film einer Theaterinszenierung von Bertolt Brecht. Sehen konnte das bisher kaum jemand.  Die Akademie der Künste hat jetzt zusammen mit der Kinemathek Brechts filmisches Erbe digitalisiert – ein aufwendiges Unterfangen.

Maxi Zimmermann, Filmarchivarin

"Diese ganzen Striche, diese schwarzen dünnen Linien, das sind Kratzer. Das kommt alles dadurch, dass das so oft durch den Projektor gelaufen wurde. Teilweise sieht man das ja auch bei alten Filmen im Fernsehen, das Grisseln – das ist auch das, was beispielsweise bei der digitalen Restaurierung wieder raus retuschiert wird."

Und so sieht das Endergebnis aus - Brechts Inszenierung "Mann ist Mann" von 1931. 

Filmausschnitt "Mann ist Mann"

Rund 50 Brecht-Filme aus den 20er-70er Jahren konnten so vor dem Verfall gerettet werden.

Helmut-Newton-Ausstellung

Diese Bilder sind auffallend anders. Das ist keine Momentaufnahme eines Verbrechens, sondern ein Werbefoto für Schuhe. Geschossen hat es der französische Fotograf Guy Bourdin. In den 60er Jahren hat er angefangen die Modefotografie zu revolutionieren.

Shelly Verthime, Kuratorin Guy Bourdin

"Normalerweise steht das Model vor dem Fotografen und zeigt seine Schönheit und die Schönheit des Kleides, aber Guy Bourdin erzählt in seinen Bildern Geschichten, er hinterlässt Hinweise, die der Betrachter entdecken muss."

("Usually the model stands in front of a photographer to show her beauty and the beauty of the dress but / here there is a story telling / he leaves clues and ideas and signpost or something for you to discover.")

Guy Bourdins Fotos sind jetzt neben Bildern seines Zeitgenossen Helmut Newton im Museum für Fotografie zu sehen.

17. Französische Filmwoche Berlin

Der Eröffnungsabend der französischen Filmwoche. Alle wollen diese beiden sehen - Eric Toledano und Olivier Nakache – das derzeit wohl angesagteste Regieduo Frankreichs. Mit "Ziemlich beste Freunde" eroberten sie die Herzen der Filmfans. Das soll jetzt auch mit dem neuen Film klappen. 

"Das Leben ist ein Fest" erzählt von Wedding-Planner Max und einer Hochzeit bei der nicht alles ganz nach Plan läuft.

Eric Toledano, Regisseur "Das Leben ist ein Fest"

"‘Wenn ihr nicht lacht, dann geben wir euch euer Geld zurück. Was kostet das hier in Deutschland? Er gibt euch euer Geld zurück. Und ich gebe euch jetzt mal die Handynummer von Olivier, falls es Beschwerden gibt  – 0662…"

("If you don’t laugh we give you back your money. And I give you now the phone number of Olivier it’s 62…")

Die Telefonnummer behalten wir lieber für uns. Die französische Filmwoche läuft bis sechsten Dezember.

Autorin: Anna Tschöpe

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