Gefängnis-Theater Aufbruch (Quelle: rbb)
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- Kulturnotizen

+ "Parsifal" im Gefängnistheater "Aufbruch"
+ Lesung mit Ferdinand von Schirach in der Berliner Philharmonie
+ "Underground und Improvisation. Alternative Musik und Kunst nach 1968"

In der JVA Tegel feiert das Gefangenentheater "Aufbruch" seinen 20. Geburstag. Zum Jubiläum gibt es Parisfal. Für die Oper von Richard Wagner haben sich die Inhaftierten Unterstützung von den Berliner Philharmonikern geholt.

Mitglied des Gefängnistheaters "Aufbruch"
"Jeder hat eine andere Straftat, aber die Straftaten spielen keine Rolle, jeder konzentriert sich nur auf seinen Text und auf seine Rolle."

Einen Monat haben sie dafür geprobt. Gespielt wird noch den ganzen März über.


Mitglied des Gefängnistheaters "Aufbruch" 
"Theater ist lebendig und Vollzug ist irgendwie gestorben, sage ich mal vorsichtig, weil man ja irgendwie die ganze Zeit nur vor sich hin lebt. Und wenn man hier mitmachen kann, ist Theater, ja wie soll ich das erklären, ein Stück Weg nach draußen."

"Strafe" heißt das neue Buch von Ferdinand von Schirach. Der Bestsellerautor war früher ein erfolgreicher Strafverteidiger. Seine Erfahrungen verarbeitet er in abgründigen Geschichten.

Ferdinand von Schirach, Autor

"Ich glaube, dass die Würde tatsächlich die größte menschliche Erfindung ist, die die Menschheit je gemacht hat. Diese strahlende, glückliche Idee der Würde, die müssen wir verteidigen, und das tun diese Texte."

Am Montag liest Ferdinand von Schirach aus "Strafe" seinem neuen Band mit Kurzgeschichten - im kleinen Kammermusiksaal, begleitet von Musikern der Philharmonie.

Zwei Ausstellungen in der Akademie der Künste zeigen ab Mittwoch alternative Musik und Kunst aus Berlin und Osteuropa. Dabei: Schätze des Labels "Free Music Production", wie ein Konzertmitschnitt der Feminist Improvising Group 1968.

Markus Müller, Kurator
"Bis heute wusste eigentlich keiner, wie denn das damals klang. Wir haben jetzt aber dieses Jahr ganz aktuell die Aufzeichnungen gefunden und die Besucher können das dann in der Ausstellung am Hanseatenweg das erste Mal überhaupt hören."

Nur eines von unzähligen Tondokumenten aus den Zeiten des musikalischen Aufbruchs in den 60er Jahren.


Autorin: Bettina Lehnert

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