Die Letter Glyphosat stehen auf einer Wiese (Quelle: imago/Martin Bäuml Fotodesign)
imago/Martin Bäuml Fotodesign
Bild: imago/Martin Bäuml Fotodesign

- Glyphosat: Nicht verboten aber zu Recht umstritten

Werden die strengen Regeln für Verkauf und Anwendung beachtet?

Verbieten oder nicht verbieten, das ist hier die Frage. Obwohl Glyphosat eine toxische Wirkung auf seine Umwelt hat und begründeter Verdacht besteht, das Mittel würde Krebs verursachen, hat die EU dem Verkauf noch keinen offiziellen Riegel vorgeschoben. Trotzdem gibt es einige Vorschriften, wie der Unkrautvernichter auf dem eigenen Grundstück eingesetzt werden darf.

Für höhere Umsätze werden Vorschriften umgangen

Pestizide dürfen nicht im Selbstbedienungsregal stehen, und Händler brauchen eine spezielle Schulung, um sie zu verkaufen. Die Fachverkäufer sollen dafür sorgen, dass Glyphosat vom Kunden richtig angewandt wird. Auf gepflasterten Wegen, wo es besonders oft eingesetzt wird, ist es zum Beispiel strikt verboten. Doch werden diese Vorschriften eingehalten? Mitnichten. Wie schwer ist es, Glyphosat zu bekommen? Wir testen im Baumarkt, an der polnischen Grenze und im Internet.

Glyphosat in aller Munde

Wer an Glyphosat denkt, hat seit dem vergangenen Jahr oft einen weiteren Begriff im Kopf: Bier. 2016 geriet das Ackergift Glyphosat in die Schlagzeilen, nachdem es in 14 bekannten deutschen Biersorten nachgewiesen worden war. Obwohl die gemessene Menge verhältnismäßig klein war, schlug der Nachweis des Giftes hohe Wellen. So wird es von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als erbgutschädigend und "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft.  

Weltmarktführer unter den Unkrautvernichtern

Seit über 40 Jahren ist Glyphosat der Renner unter den chemischen Pflanzenschutzmitteln, denn es ist vor allem eins: hartnäckig. Weder Wasser noch Hitze oder Frost können ihm etwas anhaben. Damit halten sich allerdings auch die Rückstände des Gifts vergleichsweise lang: Rund ein Jahr lang kann es in theoretisch allen Bestandteilen der Pflanze, wie Blättern, Samen und Wurzeln nachgewiesen werden.

Ob das toxische Mittel weiterhin verkauft werden darf, klärt sich im Übrigen Anfang kommenden Jahres. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat sich derweil  für die geplante Neuzulassung des umstrittenen Unkrautvertilgungsmittels ausgesprochen.

weitere Themen der Sendung