Renteneinzahlungen (Quelle: IMAGO/Christian Ohde)
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- Jetzt mehr zahlen, später mehr bekommen?

Mit Extra-Zahlungen die spätere Rente aufbessern - so lohnt es sich

Sparer bekommen zur Zeit nicht gerade viel Geld. Vor allem keine Zinsen mehr. Viele von uns machen sich deshalb darüber Gedanken, wie sie genügend Geld fürs Alter zusammensparen sollen. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, freiwillig mehr Geld in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen? SUPER.MARKT zeigt, ob sich das lohnt. 

Ohne Abschläge mit 63 in Rente

Viele Beschäftigte liebäugeln damit, nicht bis zur Regelaltersgrenze weiterzuarbeiten, sondern schon früher aus dem Beruf auszusteigen. Wer allerdings schon mit 63 Jahren aufhört, der hat satte Abschläge bei der Rente zu erwarten. Ein Leben lang. In unserem Beispiel sind es mindestens 80.000 Euro, auf die Andreas Richter bis zu seinem 83. Lebensjahr verzichten würde, wenn er vorzeitig in den Ruhestand geht. Das muss nicht sein.

Durch das neue Flexi-Rentengesetz können gesetzlich Versicherte bereits ab dem 50. Lebensjahr Ausgleichszahlungen leisten und dann mit 63 ohne Abschläge in eine vorgezogene Altersrente gehen. Die Voraussetzungen: Bis zum geplanten Beginn der vorgezogenen Altersrente müssen Sie mindestens 35 Jahre versichert sein. Schul- und Hochschulbesuch ab dem 17. Lebensjahr, Arbeitslosigkeit und Berücksichtigungszeiten für Kindererziehung zählen dabei mit.

Durch Niedrigzinsen ist die Rentenkasse attraktiv

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sein Geld lieber privat anlegt oder es in die Rentenkasse einzahlt. Da die Zinsen derzeit sehr niedrig sind, kann die Einzahlung in die Rentenkassen gut damit konkurrieren. Derzeit sind die Erträge bis zu einem Drittel höher als in einer privaten Rentenversicherung.

Attraktiv ist es gerade auch in den neuen Bundesländern. Hier ist der Abschlag geringer, da der Rentenwert im Osten niedriger ist. Michael Fikus von der Deutschen Rentenversicherung rät: "Mit dem Rentenangleichungsgesetz wird es mit jedem Jahr etwas teurer werden, je eher man es in Angriff nimmt, desto günstiger ist der Rückkauf dieser Abschläge." Erst im Jahr 2025 ist dieser Vorteil komplett vorbei. Bis dahin wird die Berechnung der Rente in Ost und West schrittweise angeglichen.

Einmalzahlung liegt im fünfstelligen Bereich

Wie hoch der Beitrag ist, hängt davon ab, wie hoch die errechnete Rente ist. Bei einer kleinen Rente ist der auszugleichende Beitrag geringer. Bei einer hohen Rente kann der Beitrag auch schon mal 60.000 oder 70.000 Euro erreichen. Der Betrag muss allerdings nicht mit einem Mal gezahlt werden, sondern kann auch in halbjährlichen Raten überwiesen werden. 

Steuern sparen durch Stückelung

Wer die Summe in kleineren Raten überweist, kann sogar Steuern sparen, sagt Michael Beumer von der Stiftung Warentest. "Altersvorsorgeaufwendungen sind bis zu einer bestimmten Grenze steuerbegünstigt. Wenn Sie darüber hinaus mehr einzahlen, haben Sie diesen Steuervorteil nicht. Deswegen lohnt es sich, genauso viel einzuzahlen, dass man diese Steuergrenzen voll ausnutzt."

Eher in Rente oder extra Rentenpunkte?

Wer sich für die Zahlung entscheidet, gleicht die Rentenlücke aus, die bei der Frühverrentung entstehen würde. Allerdings sind Sie nicht an einen früheren Berufsausstieg gebunden, sondern halten sich die Option der Frühverrentung offen. Arbeitet man trotzdem bis zum gesetzlichen Rentenalter oder länger, bekommt man nicht nur die ursprünglich errechnete Altersrente, sondern sammelt noch ein paar Entgeltpunkte obendrauf. 

Fakt ist aber auch: Wenn das Geld in die Rentenkasse eingezahlt wurde, verbleibt es auch beim Rententräger. Bei 20 oder 30 Rentenjahren lohnt es auf jeden Fall. Wer allerdings sehr früh verstirbt, bekommt nur wenig Leistungen von der Rentenversicherung.

Kostenlose Beratung über Abschläge und Anträge

Wer freiwillig Beiträge zahlen möchte, muss dies beantragen. Bei der Deutschen Rentenversicherung können Sie sich auch die Höhe der Abschläge berechnen lassen. Infos gibt es unter der Telefonnummer 0800/1000 480 25. Kostenlose persönliche Beratung finden Sie auch auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Oder Sie konsultieren einen unabhängigen Rentenberater. Dort bekommen Sie auf jeden Fall schneller einen Termin, allerdings kostet der Rat auch eine Grundgebühr (maximal 180 Euro). 

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