Eine jüngere Pflegerin umarmt eine ältere Dame
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- Pflegeheim in Polen: günstiger und intensiver

Was Sie über Pflegeplätze in Osteuropa wissen sollten

Ein Pflegeplatz in Berlin oder Brandeburg ist teuer - und wird immer teurer. Ausgebildete PflegerInnen sind hier zudem rar. Im Nachbarland Polen sieht das ganz anders aus. Hier sind Pflegeplätze preiswerter, und für die Patientinnen und Patienten stehen mehr Pflegekräfte zur Verfügung. Aber was muss beachtet werden, wenn man sich für einen Pflegeplatz in Polen entscheidet? SUPER.MARKT besucht ein Pflegeheim in Polen und erklärt die bürokratischen Hürden in Deutschland.

Bedarf an - bezahlbaren - Pflegeplätzen steigt

Ende 2015 gab es laut dem Statistischen Bundesamt rund 2,9 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland. Für sie standen danach rund 13.600 Pflegeheime mit etwa 1 Million Plätze zur Verfügung. Laut Prognosen des Demografieportals des Bundes und der Länder steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2030 auf rund 3,6 Millionen. Entsprechend großen Bedarf gibt es zukünftig an weiteren Heimplätzen - und an ausreichend Pflegepersonal. Auf diesen Bedarf reagieren auch clevere Unternehmer im europäischen Ausland. In Osteuropa, aber auch in Spanien steigt die Zahl der Pflegeeinrichtungen mit deutschsprachigem Personal.

Pflege im Ausland: geringere Kosten, mehr Betreuung

Ein Pflegeplatz kostet in Berlin im Schnitt rund 2.100 Euro pro Monat. In Brandenburg sind es rund 1.500 Euro. Selbst bezahlt werden muss davon neben den Kosten für Unterkunft und Verpflegung insbesondere der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil zur Pflege (EEE). Die Preise für die Unterbringung in einem Heim in Polen liegen zwischen 1.000 und 2.500 Euro, beinhalten aber fast immer deutlich mehr Betreuungsleistungen.

Ansprüche in Deutschland bleiben zum Teil bestehen

Die Pflegeversicherung zahlt bei einer Unterbringung in einem Pflegeheim im Ausland nur die Kosten, die auch bei einer Pflege zu Hause zu zahlen wären: Das komplette Pflegegeld, je nach Pflegegrad, also maximal 900 Euro.

Pflegesachleistungen können nicht in Anspruch genommen werden. Diese Regelungen gelten für eine Unterbringung in EU-Staaten, in der Schweiz und in einigen weiteren Ländern. Die Rente wird ins EU-Ausland ebenfalls weitergezahlt.

Rechtzeitig und genau informieren

Wie immer gilt es, sich sowohl über Ansprüche bei der Pflegekasse, aber auch über potentielle Pflegeheime rechtzeitig zu informieren. Experten raten zum Beispiel, sich ein Pflegeheim immer unangemeldet anzusehen, egal wie weit entfernt es liegt. Auch sollten Sie vorher eine Checkliste erstellen und notieren, was Ihnen wichtig ist. Zum Beispiel gutes Essen oder Angebote für Physiotherapie. Unabhängige Beratung dazu gibt es zum Beispiel beim nächstgelegenen Pflegestützpunkt. Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Stiftung Warentest oder der Verbraucherzentrale.

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