Ein Paar liegt in einer Hängematte, er hält eine Kreditkarte gezückt
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- Geld tauschen: zur kasa, proszę!

So vermeiden Sie hohe Umtauschgebühren am Urlaubsort

Grenzenloses Shoppen in der EU, der Euro macht's möglich. Aber Halt! Schon in einigen unserer Nachbarländer heißt es: Geld tauschen, um mit Zloty, Krone oder Franken zu bezahlen. Die Frage ist nur: Wo tauschen Sie Ihr Geld am günstigsten? Und wie?

Diese Möglichkeiten gibt es

Wechselstuben sind der Klassiker unter den Geldwechsel-Optionen. Doch heutzutage können Sie mit vielen EC- und Kreditkarten gebührenfrei auch im Ausland Geld abheben - oder Sie entscheiden sich dafür, direkt in den Geschäften und Restaurants mit Ihrer Kreditkarte zu zahlen. In vielen Ländern, etwa Dänemark oder Großbritannien, ist dies gang und gäbe. Aufpassen sollten Sie aber in allen drei Fällen.

Euro gegen Zloty

Nehmen wir das Beispiel Polen: SUPER.MARKT hat sich auf den Weg gemacht, um in Krakau Geld zu wechseln. Unsere erste Station: die Wechselstuben. Auf den ersten Blick wirken sie günstig, mit null Prozent Kommission werben die meisten. Einmal bekommen wir dort für 20 Euro 82 Zloty, ein anderes Mal lediglich 64 Zloty. Laut aktuellem Wechselkurs hätten wir 86 Zloty bekommen müssen. Die Wechselstuben haben fünf beziehungsweise satte 25 Prozent Entgelt genommen!

Am Geldautomaten: gleiches Spiel. Auch hier macht der Geldwechsler - also in diesem Fall der Automatenbetreiber - seinen eigenen Wechselkurs. Dynamische Währungsumrechnung (Dynamic Currency Conversion, kurz DCC) nennt sich dieser völlig legale Trick.

Was sich allerdings erst daheim bei der Abrechnung zeigt: Beim ersten Mal wurden uns für die 100 Zloty 25,65 Euro berechnet, beim zweiten Mal nur noch 23,58 Euro. Der einzige Unterschied beim Abheben: Zuerst hatten wir uns die Abhebe-Summe in Euro anzeigen lassen, beim zweiten Mal in Zloty. Ein Preisunterschied von neun Prozent.

Eine Person hat an einem Geldautomaten Geld abgehoben
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Wie funktioniert DCC?

Die Dynamische Währungsumrechnung kommt wie ein nett gemeinter Service daher. Geldautomaten sowie EC- und Kreditkartenterminals im Geschäft erkennen dabei Ihr Herkunftsland und offerieren Ihnen automatisch die Abrechnung in der Heimatwährung: Zahlen Sie in Euro, kein lästiges Umrechnen mehr, alles supi. Allerdings verbirgt sich dahinter eine Kostenfalle. Denn die Wechselkurse sind bei Eurozahlung extrem schlecht: Mit dem offiziellen tagesaktuellen Wechselkurs hat das rein gar nichts zu tun.

Oft wird der Automat Sie sogar mehrmals fragen, ob Sie nicht doch in Euro bezahlen wollen. Bleiben Sie standhaft und wählen Sie die lokale Währung.

Die Dynamische Währungsumrechnung ist kein rein deutsch-polnisches Phänomen. Auch in anderen Ländern versuchen Automaten- und Terminalbetreiber, auf diese Weise dem Kunden mehr Geld abzunehmen. Und es ist auch egal, wo der herkommt.

Die EU hat das Problem erkannt und will Kreditkartenanbieter in die Pflicht nehmen: Auf Kundenwunsch sollen die auf dem Chip der Kreditkarte die Möglichkeit zum DCC sperren.

Mit diesen 9 Tipps heben Sie im Ausland günstig ab

1. Überlegen Sie schon zu Hause: Wann brauchen Sie wie viel Bargeld? Gerade bei exotischen Urlaubsländern ist es sinnvoll, schon zu Hause Geld zu wechseln. Fragen Sie bei Ihrer Bank nach den - oft hohen - Bearbeitungsgebühren und prüfen Sie auch hier den Kurs.

2. Checken Sie vor dem Geldwechseln den aktuellen offiziellen Kurs. Dran denken: Die Kurse können von Tag zu Tag schwanken.

3. Geldwechselstuben an Flughäfen unterliegen einerseits hohem Konkurrenzdruck, da dort oft viele Anbieter sitzen. Sie bieten also niedrigere Gebühren und bessere Wechselkurse an. Andererseits wird hier oft dreist abkassiert. Checken Sie im Flughafen genau das Angebot und halten Sie eventuell den aktuellen Wechselkurs im Smartphone oder auf einem Ausdruck bereit!

4. Fragen Sie immer nach dem Wechselkurs. Besser noch mit einer konkreten Summe arbeiten: Wie viel bekomme ich für 100 Euro?

5. Heben Sie Geld immer in der lokalen Währung ab.

6. Achten Sie darauf, an welchem Automaten Sie Ihr Geld abheben. Manche suggerieren, zu einer deutschen Traditionsbank zu gehören, in Wirklichkeit sind es aber Angebote anderer Finanz-Dienstleister.

7. Bezahlen Sie auch bar immer in lokaler Währung.

8. Ebenso wenn Sie mit der Kreditkarte zahlen: lokale Währung wählen. Wenn Sie gar nicht erst darauf hingewiesen werden, dass sie auch in der lokalen Währung zahlen können, meiden Sie den Laden.

9. Wer Ihnen Geld wechselt, will damit Geld verdienen. Wie mit jeder anderen Dienstleistung auch. Behalten Sie das bitte immer im Hinterkopf.

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