Ein Zollbeamter hält ein Paket in der Hand (Quelle: imago/photothek)
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- Onlineshopping: erst mal zum Zoll

Immer mehr Waren werden online aus den USA oder Asien bestellt - und landen beim Zoll   

Für immer mehr Berliner Online-Shopper, die besonders günstige Waren außerhalb der EU bestellt haben, endet der Online-Kauf beim Zollamt Schöneberg. Allein im vergangenen Jahr war hier für mehr als 90.000 Paketsendungen, die außerhalb der EU aufgegeben wurden, Endstation -  sie waren nicht richtig deklariert. Die Zahl der vom Zoll gestoppten Sendungen hat sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht. Das haben Recherchen von SUPER.MARKT ergeben.

Oft ärgern sich Kunden, wenn Waren, die sie außerhalb der EU in einem Onlineshop bestellt haben, durch zusätzliche Zollabgaben zum teuren und lästigen Einkauf werden. Denn durch die Mehrkosten ist das vermeintliche Schnäppchen meist gar keines mehr, und dann muss man manchmal auch noch die Zoll-Formulare ausfüllen.

Herkunft der Produkte oder Händler zunächst nicht ersichtlich

Der Großteil der Online-Shopper bestellt die Waren im Glauben, sie von einem einheimischen Lieferanten zu bekommen. "Viele Kunden stellen erst im Nachhinein fest, dass ihr Produkt eigentlich aus Asien oder aus anderen Drittländern außerhalb der EU kommt", sagt Claudia Rossow-Scholl, stellvertretende Pressesprecherin des Hauptzollamts Berlin gegenüber SUPER.MARKT. Das könne durchaus auch bei großen Anbietern wie Amazon passieren.

Probleme bereiten etwa viele Produkte aus Fernost, die keine CE-Kennzeichnung haben. Damit ist eben nicht klar, ob sie den Anforderungen der EU an entsprechende Produkte genügen. Darüber hinaus habe der Artenschmuggel extrem zugenommen, sagt Claudia Rossow-Scholl. "Die Krokodilledertasche, die früher über Flughäfen eingeschmuggelt wurde, wird heute über den Online-Handel bestellt." 

SUPER.MARKT blickt hinter die Kulissen - beim Zollamt in Berlin-Schöneberg.

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