Formular für Patientenverfügung (Quelle: imago / Westend61)
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- Patientenverfügung: wichtig für den Ernstfall

Das ist bei Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu beachten

Das Thema ist unangenehm für alle, die sich damit beschäftigen müssen: für die Kinder, den Lebenspartner und natürlich auch für einen selbst. Denn beim Verfassen einer Patientenverfügung oder einer Vorsorgevollmacht geht es um Lebenssituationen, die man sich nicht wünscht, Situationen, in denen man sehr krank ist, nicht mehr selbst bestimmen kann, was getan werden soll. Aber gerade deshalb sind diese Dokumente so wichtig, damit im Ernstfall eben alle wissen, was unser Wille ist.

Mit einer Patientenverfügung können Sie etwa mitteilen, welche Behandlungen sie bei schwerer Krankheit vorziehen. Bei der Vorsorgevollmacht geht es darum, Ihnen vertrauten Menschen Zuständigkeiten zu überweisen, falls Sie diese nicht mehr selbst wahrnehmen können.

Aber wie gut wissen Sie Bescheid? Haben Sie eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht? Und woran hakt es, falls dem nicht so ist? Wir haben Verbrauchern in Berlin und Brandenburg genau diese Fragen gestellt.

Die Ergebnisse: Patientenverfügung

60 Prozent der Befragten geben an, voll und ganz zu wissen, was eine Patientenverfügung ist. Mehr als ein Drittel weiß dies eher und lediglich fünf Prozent geben an, gar nicht zu wissen, was eine Patientenverfügung ist. Zwischen Berlinern und Brandenburgern gibt es hier keine nennenswerten Unterschiede.

Interessanter ist es, sich anzusehen, wie dieses Wissen je nach Einkommensstatus verteilt ist: Befragte, denen monatlich ein Haushaltseinkommen von 4.000 Euro und mehr zur Verfügung steht, wissen zu knapp 80 Prozent voll und ganz, was eine Patientenverfügung ist. Bei den restlichen Einkommensgruppen sind es zwischen 53 und 64 Prozent. Mit der Tendenz, dass die kleineren Einkommensgruppen unter 2.000 Euro etwas seltener voll und ganz über Patientenverfügungen Bescheid wissen.

Eine Umfrage-Grafik (Quelle: Insa Consulare/rbb)
Bild: Insa Consulare/rbb

Wie geht es dann weiter mit denen, die wissen, was eine Patientenverfügung ist? Next step: Haben Sie eine Patientenverfügung? 36 Prozent der Befragten, die wissen, was eine Patientenverfügung ist, haben auch selbst eine. 62 Prozent haben keine. Wieder gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Berlinern und Brandenburgern:

Eine Umfrage_Grafik (Quelle: Insa-Consulare/rbb)
Bild: Insa-Consulare/rbb

Während gut 20 Prozent der unter 40-Jährigen eine Patientenverfügung haben, sind es bei den 40- bis 59-Jährigen schon 30 Prozent. Bei den ältesten Befragten ab 60 Jahren hat mehr als die Hälfte (55 Prozent) eine Patientenverfügung.

Zu den Gründen

So, und jetzt wird es spannend. Denn wir haben die Berliner und Brandenburger auch gefragt, warum sie keine Patientenverfügung haben. Heraus kam: Je jünger die Befragten sind, desto häufiger geben sie an, noch nie daran gedacht zu haben, eine Patientenverfügung aufzusetzen. Der Anteil sinkt von 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen kontinuierlich bis auf 20 Prozent der ab 60-Jährigen. Befragte mittleren Alters bzw. ältere Befragte geben häufiger als jüngere Befragte an, sich nicht entscheiden zu können, was in den verschiedenen Fällen passieren soll.

Eine Umfrage-Grafik (Quelle: Insa Consulare/rbb)
Bild: Insa Consulare/rbb

Die Ergebnisse: Vorsorgevollmacht

Aber wie sieht es bei der Vorsorgevollmacht aus? Knapp die Hälfte der Befragten weiß voll und ganz, was eine Vorsorgevollmacht ist, 36 Prozent wissen dies eher. Immerhin 15 Prozent wissen gar nicht, was eine Vorsorgevollmacht ist. Die Berliner geben dabei häufiger an, dies nicht zu wissen als die Brandenburger. Das Wissen über Vorsorgevollmachten ist also deutlich geringer als das über Patientenverfügungen.

Wer hat eine Vorsorgevollmacht?

35 Prozent der Befragten haben eine Vorsorgevollmacht, 61 Prozent haben keine. Die Unterschiede zwischen Berlinern und Brandenburgern sind dabei nicht signifikant. Insgesamt ähneln die Werte denen bei der Patientenverfügung. Auch bei der Verteilung nach Einkommen gibt es Parallelen: Während 15 Prozent der Befragten mit einem Einkommen von weniger als 1.000 Euro eine Vorsorgevollmacht haben, sind es bei den restlichen Einkommensgruppen 32 bis 44 Prozent.

Entscheidungsschwäche trifft Unwissen

Ein Drittel der Befragten Berliner und Brandenburger hat also keine Vorsorgevollmacht - aber warum ist das so? Dazu sagten 36 Prozent der Befragten, die zu dieser Gruppe gehören, dass sie schlicht noch nie daran gedacht haben, eine Vorsorgevollmacht aufzusetzen. 15 Prozent können sich nicht entscheiden, wem sie die Vollmachten geben sollen. Elf Prozent sind sich unsicher, wofür sie Vollmachten vergeben wollen. Vier Prozent sagen sogar, dass es ihnen unangenehm ist, mit Angehörigen darüber zu sprechen.

Eine Grafik-Umfrage (Quelle: Insa Consulare/rbb)
Bild: Insa Consulare/rbb

Dazu können wir nur sagen: Trauen Sie sich. Reden Sie drüber. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihren Angehörigen unser Video zum Thema an. Dort erklären wir Ihnen, was die wichtigen Punkte in diesen Dokumenten sind und was es unbedingt zu beachten gilt. Und damit ist doch ein erster Schritt schon mal gemacht.

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