Ein Mann mit einem Becher in der Hand schaut durch eine Fensterscheibe nach draußen (Quelle: imago images/Westend61)
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- Quarantäne: Draußen hat zu

SUPER.MARKT mit Tipps für die harten Stunden und Tage zu Hause

Wenn Sie ein "Ausscheider" sind, darf der Staat Sie "absondern". Weder bei der Wortwahl noch bei den Maßnahmen selbst ist der Gesetzgeber bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten zimperlich. Geregelt ist das alles im Infektionsschutzgesetz (IfSG). Es ist die Grundlage für die meisten behördlichen Anordnungen in der Corona-Krise. Und in Paragraf 30 ist eben auch die Quarantäne geregelt.

Danach ist es nicht zwingend erforderlich, dass Betroffene in einem Krankenhaus untergebracht werden müssen, sie können auch "in sonst geeigneter Weise abgesondert werden". Zum Beispiel zu Hause. Das gilt sowohl für Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben wie auch für Menschen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie sich angesteckt haben. Und dann gibt es es ja noch die vielen Menschen, die mehr oder weniger freiwillig zu Hause bleiben.

Zu Hause in Quarantäne, wie geht man damit um? SUPER.MARKT klärt das. 

Wer kauft jetzt ein?

Menschen unter Quarantäne dürfen ihre Wohnung nicht verlassen, um einkaufen zu gehen. Wer sich keine Vorräte zugelegt hat, kann die Möglichkeit zur Onlinebestellung von Lebensmitteln nutzen und dem Lieferdienst angeben, dass die Möglichkeit einer Krankheit besteht. Allerdings sind die Lieferungen von Lebensmitteln aufgrund der Coronakrise nur mit großem Vorlauf möglich, freie Liefertermine liegen mehrere Tage in der Zukunft.

Das Berliner Gesundheitsamt empfiehlt, dass Bekannte Einkäufe für den täglichen Bedarf erledigen sollen. Wer für Lebensmittel für Betroffene kauft, sollte die Einkäufe vor der Wohnungstür abstellen, um den direkten Kontakt zu vermeiden.


Wer geht mit dem Hund vor die Tür?

Übertragbar auf Haustiere ist das Coronavirus zwar nicht, allerdings ist es Menschen unter Quarantäne verboten, vor die Tür zu gehen. Hundebesitzer sollten sich für die Zeit der Quarantäne Unterstützung suchen, um ihren Tieren Auslauf und Gassirunden zu ermöglichen. Direkter Kontakt zu anderen Personen ist dabei aber untersagt.

Wer den Hund von Quarantäne-Betroffenen ausgeführt hat, sollte darauf achten, sich anschließend die Hände zu desinfizieren.


Wer zahlt bei Verdienstausfall?

Wenn die Quarantäne offiziell vom Gesundheitsamt angeordnet wurde, zahlt in der Regel der Arbeitgeber, der sich das Geld dann vom Amt zurückholt. Wer nur aus Angst vor einer Ansteckung in Bus oder Bahn zu Hause bleibt, bekommt kein Geld.

Was mache ich mit der freien Zeit?

Vermutlich haben Sie plötzlich ungewöhnlich viel Zeit, "da Sie nicht zur Arbeit gehen können oder gewohnten Freizeitbeschäftigungen nachgehen", schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Risikobewertung in einer Broschüre zur häuslichen Quarantäne. "Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur und setzen Sie sich Ziele." Diese sollten unter den gegebenen Umständen realistisch sein.

Konket wird geraten, soziale Kontakte weiter zu pflegen, etwa übers Telefon oder soziale Medien. Außerdem empfiehlt das Bundesamt Betroffenen, zu schreiben, zu lesen oder durch Spiele mental aktiv zu bleiben. Auch die körperliche Aktivität soll nach Auffassung der Experten nicht eingestellt werden: "Auch auf begrenztem Raum kann Sport betrieben werden", heißt es. Hinweise und Anregungen fänden sich im Internet.

Die Gesundheitsverwaltung hat unter 030/90282828 eine Hotline eingerichtet - hier soll Betroffenen im Notfall geholfen werden.


Was passiert, wenn ich gegen die Quarantäne verstoße?

Häusliche Quarantäne ist verpflichtend und kann sogar unter Zwang festgesetzt werden. Wer gegen die Quarantäne verstößt, die Wohnung verlässt und dadurch womöglich andere ansteckt, muss mit empfindlichen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren rechnen. Dies und vieles Weitere regelt das Infektionsschutzgesetz [berlin.de], die rechtliche Grundlage für die Einschränkung persönlicher Rechte.

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