Eine Frau beißt in einen Apfel (Quelle: imago images/Photocase)
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Mo 23.09.2019 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Hartes Obst: Mit Ethylen kann es geh'n

So bekommen Sie steinhartes Supermarkt-Obst doch noch reif

Hart, härter, Supermarkt-Obst. Das Problem kennen Sie bestimmt, oder? Man freut sich auf die frische Fruchtigkeit - beißt man allerdings erst mal rein, bleiben die Zähne fast im Fruchtfleisch stecken. Ziemlich ärgerlich, sollte man meinen.

Doch natürlich trägt Verbrauchers Wille nach Obst zu jeder Jahreszeit zu günstigen Preisen dazu bei: Denn die Transport- und Lagerungseigenschaften der Früchte stehen damit beim Anbau im Fokus. Wichtig ist, was ankommt, sozusagen. Und da nur verkauft werden kann, was nach dem langen Transport auch noch gut aussieht, werden die Früchte eben lieber schick gemacht - der Leckerfaktor tritt in den Hintergrund.

So lassen Sie Ihr Obst nachreifen

Wenn Sie noch ein bisschen Geduld nach dem Obstkauf aufbringen können, lohnt es sich bei einigen Früchten noch, sie nachreifen zu lassen. Andere reifen nach der Ernte leider gar nicht mehr nach. Es kommt immer auf den Ethylen-Gehalt in der Frucht an. Das Pflanzenhormon sorgt bei manchen Obstsorten dafür, dass Reifeprozesse ausgelöst werden, bei anderen steuert es lediglich Alterungsprozesse. Wir verraten Ihnen, welche Frucht es wie hält!

Fruchtsorte
Reift sie nach oder nicht?
 
Äpfel Äpfel reifen sehr gut nach, sie produzieren sehr viel Ethylen. Also Vorsicht: Alles Obst, was in ihrer Nähe liegt, reift entsprechend schnell mit.    
Bananen Bananen reifen nach. Sie müssen sie einfach nur irgendwo hinlegen - schwupps: reif. Dadurch verändert sich ihr Aroma von fruchtig-frisch zu pappsüß.

 

 

Pfirsiche, Nektarinen Das Nachreifen ist schwierig, da Pfirsiche und Nektarinen schnell verderben, vor allem, wenn Fruchtfliegen im Spiel sind. Gehen Sie am besten wie folgt vor: Pfirsiche/Nektarinen zusammen mit einem Apfel in eine Papiertüte geben. Legen Sie die Tüte an einen dunklen, kühlen Ort - das Gemüsefach im Kühlschrank ist wahrscheinlich zu kalt. Kontrollieren Sie täglich, ob der gewünschte Reifegrad erreicht ist.
 
Birnen
Birnen reifen zuhause nach, wenn Sie sie tageweise in eine Plastiktüte legen. Aber bitte nicht drin vergessen, sonst werden sie matschig.
 
Pflaumen, Zwetschgen Auch dieses Obst gehört zu den ethylenabgebenden Früchten, es reift also nach. Auch hier lässt sich der Prozess beschleunigen, indem das Obst in eine Papiertüte gelegt wird.   
Kiwis Je nachdem, wo Sie Ihre Kiwis lagern, reifen die Früchte langsam oder schneller nach: Im Keller kann es bis zu einigen Wochen dauern, bei Zimmertemperatur ist der gewünschte Reifegrad schon nach wenigen Tagen erreicht.
 
Beerenobst, Kirschen, Granatäpfel, Weintrauben und Zitrusfrüchte Diese Obstsorten reifen nicht nach, sie werden über die Zeit lediglich schrumpelig und verderben. Grüne Erdbeeren etwa, die werden nicht mehr rot. Hier gilt es also besonders, beim Einkauf auf einwandfrei reife Ware zu achten. Und dann schleunigst essen!  

Zusammen oder getrennt lagern?

Es kann eine sehr gute Idee sein, verschiedene Früchte zusammen zu lagern - oder eine ganz schlechte! Wann immer Sie möchten, dass Obst noch nachreifen soll, dann legen Sie das Obst, das das auch kann, gern zusammen - Äpfel mit Birnen und Bananen, das passt. 

Aber diese stark ethylenabgebenden Früchte sind echte Spielverderber, wenn sie mit Obst gemeinsam gelagert werden, das entweder nicht (mehr) nachreifen soll oder gar nicht nachreifen kann. Äpfel mit bereits sehr reifen Pflaumen zusammenzulegen, ist daher keine gute Idee. Äpfel oder Bananen zusammen mit Orangen und Zitronen zu lagern, sogar eine ganz schlechte Idee - die Zitrusfrüchte sehen dann recht schnell sehr alt aus.