Ein Fahrradkurier des Lebensmittel-Lieferdienstes Flink fährt auf einer Straße (Quelle: imago images/Michael Gstettenbauer)
Bild: imago images/Michael Gstettenbauer

Do 20.05.2021 | Dossier | Lesedauer etwa 7 Minuten - Lieferdienste: In 10 Minuten den Kühlschrank voll?

Lebensmittel-Lieferdienste im Vergleich

In Berlin sind sie schon lange fester Bestandteil des Stadtbilds: Fahrradkuriere von Lebensmittel-Lieferdiensten. Seit Corona boomt das Geschäft mit Essenslieferungen und zwar nicht nur aus Restaurants. Auch der Online-Lebensmittelhandel konnte kräftig zulegen. 2020 wurde mit Lebensmitteln ein Umsatz von rund 2,7 Milliarden Euro im deutschen Online-Handel erzielt. Das sind rund eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland.
 
Inzwischen konkurrieren immer mehr Anbieter auf Berlins Straßen - von klassischen Lebensmittel-Lieferdiensten wie Rewe und Bringmeister, bis zu den sehr aktiven Start-ups wie Gorillas und Flink. SUPER.MARKT erklärt die Unterschiede und für wen sich welcher Anbieter eignet.

Die Anbieter

  • Bringmeister

  • Flink

  • Gorillas

  • Rewe-Lieferservice

Lager in Wohngebieten sorgen für Unmut

Gorillas und Flink sind beide noch recht neu im Rennen um den beliebtesten Lebensmittellieferdienst in Berlin. Doch die kurzen Lieferzeiten, die für Kunden durchaus praktisch sein können, sorgen auch für Ärger. Die Lager liegen mitten in Wohngebieten, denn sonst könnte die Lieferzeit von zehn Minuten gar nicht eingehalten werden. In Berlin haben sich schon einige Anwohner beschwert, zuletzt in Kreuzberg. Täglich vorfahrende Lkws, die von morgens früh bis abends spät Waren liefern, blockieren die Straßen. Auf den Gehwegen warten die Fahrradkuriere mit ihren Rädern. Das sorgt für Unmut. Teilweise wurde auf die Beschwerden reagiert.
 
Was Gorillas und Flink als junge Unternehmen außerdem wohl mehr beachten sollten, ist der Schutz der Kundendaten. So hatten beide Start-Ups schon massive Probleme mit dem Datenschutz - die Daten tausender Kunden waren durch eine IT-Sicherheitslücke einsehbar. Inzwischen sind die Lecks laut Anbieter behoben.

Starke Konkurrenz in Berlin

In naher Zukunft werden Berlinerinnen noch mehr Möglichkeiten bei der Auswahl von Lebensmittel-Lieferdiensten bekommen. Sowohl das amerikanische Unternehmen Doordash als auch Getir, das türkische Vorbild von Gorillas, planen gerade ihren Deutschlandstart in der Hauptstadt.
 
Schon im Juni möchte Foodpanda mit Fahrradkurieren Lebensmittel ausliefern - zum Teil innerhalb von nur sieben Minuten! Den Mutterkonzern Delivery Hero kennt man hierzulande noch vom Lieferdienst Deliveroo, der aber in Deutschland 2019 für eine knappe Milliarde Euro an die Konkurrenz, den niederländischen Konzern Just Eat Takeaway (in Deutschland mit Lieferando im Markt) verkauft wurde.
 
Anfang Mai startete der Anbieter Get Faster aus Düsseldorf außerdem sein Berlin-Geschäft. Die dort bestellten Lebensmittel werden von 9 bis 21 Uhr ohne Liefergebühr und in einem Zeitfenster von 30 bis 180 Minuten ausgeliefert - je nach Wohnort.

Fazit

Wer in Berlin nicht selbst zum Supermarkt gehen will oder kann, oder eine Zutat für das Abendessen vergessen hat, muss sich keine Sorgen machen: Im Angebot der verschiedenen Lebensmittel-Lieferdienste ist für jeden etwas dabei. Die klassischen Online-Supermärkte wie Rewe und Bringmeister eignen sich vor allem für größere Wocheneinkäufe - auch, weil sie eine breite Produktpalette anbieten. Gorillas und Flink punkten besonders mit ihrer Schnelligkeit. Allerdings kommt es - noch - sehr darauf an, in welchem Stadtgebiet man wohnt.

Tipps der Verbraucherzentrale

So schön die Versprechen der kurzen Lieferzeiten auch sind - manchmal können sie nicht eingehalten werden. Lebensmittel-Onlinehändler sind laut Verbraucherzentrale dazu verpflichtet, einen Termin für die Auslieferung zu nennen. Wenn die Ware bis zum angegebenen Termin nicht ankommt, müssen Sie dem Händler eine Frist setzen. Erst wenn sie das gemacht haben und diese Frist wieder nicht eingehalten wurde, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten.

Erhalten Sie bei Ihrer Lieferung verdorbenes Obst oder aufgetaute Tiefkühlware, können Sie die Annahme der Ware verweigern und eine Neulieferung in einer angemessenen Zeit verlangen. Wird der Aufforderung nicht nachgekommen, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten oder den Preis mindern. Dokumentieren Sie die Mängel unbedingt mit einem Foto.