Angeditschtes Obst (Quelle: dpa)
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Mo 03.05.2020 | Dossier | Lesedauer 7 etwa Minuten - Nahrungsmittel: raus aus der Tonne

Mit diesen Tricks weniger verschwenden

In Deutschland landen rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll, zu dem Ergebnis kam eine Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Mehr als die Hälfte davon werden direkt von den Verbrauchern zu Hause weggeschmissen. Das heißt, jährlich entsorgen wir 75 Kilogramm Lebensmittel in den heimischen Mülleimern.

Das geht anders!

Was können wir also tun, um weniger in die Tonne zu kloppen? Klar, es fängt mit der umsichtigen Planung und dem Einkaufen an. Aber auch mit der richtigen Lagerung der einzelnen Produkte, mit der Weiterverwertung von Resten oder auch ganz altmodischer Lebensmittelkonservierung geht eine ganze Menge. Darum haben wir hier skizziert, wo wir starten können - weiterführende Links vertiefen dann die Ideen.

Hier liegt das Sparpotential

  • Ob Essen im Müll landet, machen wir oft vom MHD abhängig. Aber das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum! Es besagt lediglich, wie lange ein Produkt mindestens haltbar ist, um den Hersteller rechtlich abzusichern. Wann ein Lebensmittel verdorben ist, kennzeichnet dagegen das Verbrauchsdatum. Es findet sich meist auf leicht verderblichen Produkten, wie abgepacktem Hackfleisch oder geräuchertem Fisch, und sollte unbedingt ernst genommen werden.

     

    Verschlossene Produkte sind bei ordnungsgemäßer Lagerung auch noch genießbar, wenn das MHD schon abgelaufen ist. Die Verpackungen sind sehr steril, sodass sich schädliche Keime kaum bilden können.

     

    Verschlossene Milch kann man zum Beispiel bei korrekter Lagerung (im Kühlschrank bei bis zu sieben Grad) noch etwa 14 Tage über das Haltbarkeitsdatum hinaus trinken.

  • Wie lang ein Lebensmittel hält und frisch bleibt, hängt stark von der richtigen Lagerung ab. Dabei kann es zum Beispiel schon einen Unterschied machen, ob ein Produkt im oberen oder im unteren Kühlschrankfach aufbewahrt wird. Oder ob die Äpfel neben den Bananen liegen. Kleiner Tipp: bitte nicht.

     

    Jedes Lebensmittel hat seinen perfekten "Parkplatz":
    - Trockene Lebensmittel wie Reis und Nudeln am besten in luftdichten Behältern aus Plastik oder Glas aufheben.
    - Die meisten Gemüsesorten gehören in die Gemüseschublade im Kühlschrank. Nur Tomaten und Gurken mögen es dort gar nicht. Und Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse können besser in der Vorratskammer aufbewahrt werden: trocken, kühl, dunkel und luftig ist hier angesagt.
    - Obst kann gerne ebenfalls ins Gemüsefach, nur Bananen und Zitrusfrüchte auf keinen Fall. Der Merksatz "Heimisches mag's kühl, Exotisches warm" hilft. Und: lagerungsfähiges Obst wie etwa Äpfel und Birnen können auch draußen bleiben.
    - Folgendes ist wichtig: Äpfel und Tomaten werden am besten getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten aufbewahrt, da sie Obst und Gemüse in ihrer direkten Umgebung schneller reifen und verderben lassen.
    - Kräuter werden zusammengebunden und in der Küche aufgehängt. So trocknen sie langsam und bleiben dabei haltbar. Kräuter, die nicht getrocknet werden können, etwa Petersilie oder Koriander, in ein Glas Wasser stellen.
    - Saucen und zubereitete Speisen im obersten Kühlschrankfach lagern.
    - Milchprodukte in der Mitte.
    - Im untersten Ablagefach halten sich Wurst und Fleischwaren am längsten.

  • Eine einsame Fenchelknolle im Gemüsefach, drei Eier, die bald wegmüssen - und dazu noch ein Käserest. Traurig sieht es in der Küche aus. Oder etwa nicht? Sagen wir mal so: Auch wenn Sie keine Idee haben, was sich aus diesen Resten zaubern lässt - das Netz hat Ideen dazu. So viele, dass es sogar viele unterschiedliche Seiten gibt, auf denen man seine Küchenreste eintragen kann und nette Rezeptvorschläge herausbekommt.

    Schauen Sie zum Beispiel einmal auf "Beste Reste" oder auf "Restegourmet", um auf den Geschmack zu kommen.

  • Wenn Sie in der Küche zu den großen Wegwerfern gehören, könnte sich ein Gang zu Muttern - oder Großmutter - lohnen. Die älteren Semester wissen meist noch ganz genau, wie sie ihre Lebensmittel haltbar gemacht haben und Reste verwertet haben.

     

    Im Herbst war - und ist - zum Beispiel große Einkoch-, Einlege- und Einmachzeit. Alles, was an Obst und Gemüse "übrig" ist, wird zu Marmelade, Konserven, Saucen und Chutneys verarbeitet. Viele Lebensmitel halten sich auch getrocknet oder gedörrt lange. So können Sie Ihre Balkontomaten etwa über den Winter retten, ohne das 20. Glas Tomatensauce zu produzieren.

     

    Und zuletzt gibt es ja auch noch die Tiefkühltruhe, die sich über eine frische Auffüllung freut.