Ein angeschlossenes Rad ohne Fahrradgestell an einem Laternenpfahl ist hoffentlich gut versichert. Quelle: dpa/ Daniel Naupold
Bild: dpa/ Daniel Naupold

Di 14.06.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - E-Bikes: lieber gut versichert

Ein Elektrofahrrad ist meist teuer und der Ärger deshalb groß, wenn es geklaut wird. Verbraucherschützer empfehlen daher, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, in welchem Umfang das E-Bike/Pedelec versichert werden soll.

Lässig lächelnd an allen anderen Fahrradfahrer:innen vorbeifahren als wäre der steile Anstieg nur flaches Land – herrlich! Keine Frage, E-Bikes machen Spaß und sie sind weiter im Trend. Und das nicht erst seitdem die Spritpreise in ungeahnte Höhen klettern. Schon zu Beginn der Corona-Pandemie wuchs die Zahl der elektrobetriebenen Räder stetig an, mittlerweile sind es über 8,5 Millionen in Deutschland.
 
Wovon laut einer Umfrage im Auftrag der Vergleichsportals Check24 allerdings ganze 26 Prozent nicht versichert sind. Und das, obwohl E-Bikes mittlerweile zu den teuersten Anschaffungen in unseren Haushalten gehören. Dabei ist zum Beispiel der reine Diebstahlschutz für ein rund 2.500 Euro teures E-Bike schon ab 32 Euro pro Jahr zu haben, wie der Fahrrad-Versicherungs-Vergleich der Stiftung Warentest zeigt.

E-Bike und Pedelec

Elektroräder werden in der Regel alle umgangssprachlich als E-Bike bezeichnet, was nicht ganz richtig ist. Genau genommen handelt es sich um Pedelecs, die in zwei Kategorien eingeteilt werden, was für den Versicherungsschutz wichtig ist. Die meisten Räder fallen in die Kategorie bis 25 km/h, bei denen der Elektromotor nur dann anspringt, wenn in die Pedale getreten wird. Sie werden wie Fahrräder behandelt, es braucht keinen Führerschein und es gibt auch kein Mindestalter. Das betrifft die meisten Elektrofahrräder, von denen wir sprechen und die hierzulande verkauft werden. Die schnelleren Pedelecs mit elektrischer Tretunterstützung bis 45 km/h sind Kraftfahrzeuge und benötigen ein eigenes Versicherungskennzeichnen, dürfen nur mit einem Führerschein gefahren werden und es braucht eine entsprechende Kfz-Haftpflichtversicherung. Wir widmen uns im Folgenden also den Versicherungsmöglichkeiten der erstgenannten Kategorie.

Mit in die Hausratversicherung

Gegen einen Mehrbeitrag kann das Rad als Zusatz in die Hausratversicherung mit aufgenommen werden. Zwischen 30 und 150 Euro im Jahr muss man dafür rechnen. Der Betrag ist dabei abhängig vom Wert des Rades und vom Diebstahlrisiko des Wohnortes. Berlin und Brandenburg führen laut Polizeistatistik die Liste der Orte mit den meisten Fahrraddiebstählen mit an, hier wird die Versicherung also teurer als beispielsweise in Rheinland-Pfalz.
 
Aber worauf muss geachtet werden? Sinnvoll ist laut Verbraucherzentrale Brandenburg, wenn die Versicherung den Akku und eine Absicherung gegen Vandalismus einschließt. Zudem sollen Verbraucher:innen darauf achten, dass im Schadenfall der Neuwert erstattet wird und ob es eine Selbstbeteiligung gibt. Eine genaue Überprüfung der Hausratversicherungen lohnt sich, denn manchmal gibt es in älteren Verträgen versteckte Klauseln, bei denen die Versicherung nicht zahlt. Etwa, wenn das Fahrrad in der Nacht außerhalb gesicherter Räume gestohlen wurde. Zusätzlich sollten Verbraucher:innen bei einem teuren Fahrrad stets die Höchstversicherungssumme im Auge behalten, die bei Fahrrädern oft zwischen einem und zehn Prozent des versicherten Hausratwerts liegt, so Anett Fajerski, Beraterin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Fahrradversicherungen

Etwas teurer als die Einbindung in die Hausratversicherung ist meist eine separate Fahrradversicherung. Dafür zahlt sie, auch wenn einzelne, fest mit dem Rad verbundene Teile wie Sattel, Reifen oder Akku gestohlen werden. Außerdem werden Kosten übernommen, die durch Unfälle oder Stürze ohne Beteiligung anderer entstehen.
 
Hat das E-Bike einen Totalschaden oder ist tatsächlich weg, gibt es ein neues gleichwertiges Ersatzrad oder der Neuwert wird erstattet. Es gibt allerdings auch Tarife, in denen nur der Zeitwert ersetzt oder eine Selbstbeteiligung verlangt wird. Laut Stiftung Warentest ist es zudem wichtig, das Fahrrad mit einem Schloss ausreichend zu sichern, am besten an einem festen Gegenstand, wie einem Laternenpfahl. Auch an das Schloss werden bestimmte Anforderungen gestellt, bei manchen Versicherungen sollte es einen Warenwert von mindestens 50 Euro haben. Kaufbeleg, Rahmennummer und Rechnung des Bikes auf jeden Fall sicher aufbewahren, um Ansprüche geltend machen zu können.

Privathaftpflichversicherung

"Versichern Sie zunächst das größte anzunehmende Risiko", so Verbraucherschützerin Fajerski. Und das ist nicht der Verlust eines Fahrrads. Wenn andere Verkehrsteilnehmer:innen verletzt werden und Schadenersatz gezahlt werden muss, kann das schnell in die Millionen gehen. Und dafür gibt es dann die Privathaftpflichtversicherung.