Haustausch, Hausschlüssel (Quelle: Colourbox)
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Fr 03.05.2019 | Dossier| Lesedauer etwa 7 Minuten - Haustausch: So geht es

Anbieter, Verträge, Versicherungen - das sollten Sie wissen

Auf keine andere Weise lässt sich mehr Geld im Urlaub sparen, als mit einem Haustausch. Wenn Sie kein Problem damit haben, Fremde in Ihr eigenes Reich zu lassen, dann können Sie damit fernab vom Massentourismus Urlaub machen und in eine Welt tauchen, die Sie sonst nie kennengelernt hätten. Überraschend, individuell und preiswert zugleich - wenn Sie und die Tauschpartner sich erst einmal gefunden haben und dabei einiges beachten.

Die Geschichte

In den 50er Jahren fingen Lehrer an, ihre Wohnungen zu tauschen, um die langen Ferien besser nutzen zu können. Sie dachten sich, warum mieten, wenn man auch tauschen kann. Aus einer fixen Idee wurde schnell ein professionelles Geschäftsmodell, das Menschen aus der ganzen Welt begeistert.

Die Idee

Haustausch beruht auf Gegenseitigkeit, beide Parteien müssen sich finden, Zeit haben und wollen. Alle Nutzer präsentieren ihr Eigenheim mithilfe eines Steckbriefes, Fotos, Gast- und Reisepräferenzen. Die Anzeigen sind meist hübsch hergerichtet, mit den Hochglanz-Werbeanzeigen kommerzieller Vermittler aber nicht vergleichbar. Haustauscher suchen ja oft auch gar nicht Unterkünfte in touristisch überlaufenden Gegenden, sondern eher einzigartige  Reiseziele - authentische Orte also.  

Ohne Vertrauen geht’s nicht. Wer glaubt, dass Fremde einem die Bude ausräumen, der sollte lieber nicht sein Eigenheim als Tauschobjekt anbieten. Allerdings lassen sich ja Wertgegenstände und Lieblingsobjekte einfach wegschließen oder auslagern. Und grundsätzlich scheint dieses System zu funktionieren: Laut einer Befragung der Universität Bergamo sind nur sechs Prozent der Haustauscher "unzufrieden", 77 Prozent dagegen sind "sehr zufrieden" mit dem Haustausch-Urlaub. Befragt wurden die Mitglieder der Vermittlungsplattform HomeExchange.com.

Die Anbieter

Es gibt etliche Haustauschportale im Netz. Das Prinzip von zum Beispiel Haustauschferien, HomeLink, HomeExchange oder Intervac ist ähnlich. Nutzer registrieren sich auf dem Portal, bezahlen eine Jahresgebühr und bieten sich als Tauschpartner an. Meisten können Nutzer dann beliebig viele mögliche Tauschpartner kontaktieren. Die Stiftung Warentest stellt einige Anbieter im Detail vor.

Der Vertrag

Wichtig bei einem Haus- oder Wohnungstausch ist der Abschluss eines Vertrages oder einer sogenannten Tausch­ver­einbarung. Tauschportale bieten auf ihren Seiten auch entsprechende Formulare an.

Fakten, die in einem Vertrag enthalten sein sollten:
Anreisedatum und –zeit
Ort
Personenanzahl
Nutzungsbedingungen (Telefonnutzung, Auto, Fahrräder, etc.)

Der Geschäfts­führer der Verbraucherzentrale Brandenburg, Christian Rumpke, empfiehlt beim Haustausch folgendes:

1) Über­prüfen Sie Telefon­nummer, E-Mail-Adresse und Social-Media-Account des Tausch­part­ners
2) Treten Sie in einen persönlichen Kontakt mit dem Tauschpartner
3) Lesen Sie Gästebuch­einträge und Bewertungen aufmerk­sam
4) Informieren Sie Ihre Nach­barn, wenn Tausch­partner kommen

Die Versicherung

Ratsam ist es, eine Haftpflicht- und Hausratversicherung zu besitzen. Viele Anbieter ergänzen die eigenen Versicherungen mit sogenannten Garantiefonds. Bei HomeExchange z.B. sind Sachschäden und finanzielle Verluste abgesichert.

Die Rücktrittsgarantie

Im Falle eines Rücktrittes versuchen die meisten Portale, Alternativen anzubieten. Klappt dies nicht, gibt es oft eine Rücktrittsgarantie, die gegen Hauspleiten, Krankheit oder Todesfall absichert. Ein Anbieter bietet zum Beispiel einen Schutz bei Stornierung mit einer Entschädigung von bis zu 700 Euro pro Woche. Grundsätzlich ist aber auch eine eigene Reiserücktrittsversicherung sinnvoll.

To-do-Liste beim Wohnungstausch

Gastgeber

+ Aufräumen und putzen
+ Instruktionen für die Wohnung vorbereiten und Infomappe zusammenstellen
+ Tipps für die Umgebung
+ Willkommensbrief & Gastgeschenk & Schlüssel/Einkaufskarten/W-Lan/Nützliches
+ Kühlschrank für den ersten Hunger füllen

Gäste

+ Wohnung bei Abreise in den Urzustand versetzen
+ Dankeschön für die Gastgeber besorgen
+ Bewertung abgeben