Eine Frau schaut in ihr mit Bargeld gefülltes Bankschließfach (Quelle: imago images/McPHOTO)
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Di 28.07.2020 | Dossier | Lesedauer etwa 7 Minuten - Wertsachen: Wohin mit Kohle und Klunker?

Immer mehr Kunden wählen das Bankschließfach

1.364 Euro Bargeld - so viel horten wir Deutschen laut einer Ende Juli veröffentlichten Umfrage der Bundesbank im Schnitt. Wo? Unter der Matratze. Im Ofenrohr. Im Sparstrumpf. Nein. Nein. Nein. Das sind alles keine guten Ideen, um Ihr Erspartes und Ihre Wertsachen zu verwahren. Eine Nummer sicherer wäre schon schön. Und genau deshalb setzen immer mehr Verbraucher auf das gute alte Bankschließfach.

Das ist für viele Menschen als Bargelddepot interessant geworden, seit einige Geldinstitute angefangen haben, von Kunden sogenannte Negativzinsen oder Verwahr-Entgelder zu verlangen.

Diese gelten allerdings nur für Kunden, die mehr als 25.000 Euro auf ihrem Konto haben. Sparer mit "kleinem Konto" sind von den Strafzinsen nicht betroffen – und noch zögern viele Kreditinstitute, solche Strafzinsen überhaupt zu erheben. Trotzdem bleibt die Frage: Ist das Schließfach eine Option?

Wie sicher ist es? Und wie teuer? Und was passt da eigentlich alles rein? Wir klären, was das Bankschließfach bietet – und worauf Sie achten müssen, wenn Sie eines anmieten.

Was sollte rein?

Alle Wertsachen, die bei Ihnen zu Hause nicht sicher sind. Und die nicht zu groß sind! Schließfächer gibt es zwar meistens in verschiedenen Höhen, aber riesig sind sie alle nicht: Die Höhe variiert zwischen fünf und 30 Zentimetern. Rein passt also alles, was diese Maße hergeben.

Bargeld? Natürlich darf es rein. Doch Robert Heiduck von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse erklärt SUPER.MARKT, dass dieses auf dem Konto noch sicherer sei. Und klar ist auch, dass es im Schließfach nicht für Sie arbeiten kann.

Außerdem ist die Flexibilität eines Schließfachs eben doch eingeschränkt: Um mal eben am Wochenende an Bargeld zu kommen, sind die Öffnungszeiten einer Bank nicht gemacht – "da sind ein Konto und ein Geldautomat besser geeignet", so Heiduck.

Wie sicher ist das?

Sehr sicher: Die Sicherheitsvorkehrungen der Bank übertreffen jede heimische Alarmanlage um ein Vielfaches. Aber selbst Panzertüren und Alarmanlagen schützen nicht immer gegen Einbrecher. Wie etwa beim spektakulären Tunnel-Diebstahl in Steglitz, der bis heute nicht aufgeklärt ist.

Wie bekomme ich ein Schließfach?

Aktuell sind Schließfächer sehr begehrt. Robert Heiduck von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse sagt, dass die 16.000 Schließfächer der Geschäftsstellen nahezu ausgebucht sind. Je näher Sie Berlin kommen, desto weniger Fächer sind noch frei.

Versuchen Sie es dennoch erst einmal bei Ihrer Hausbank. Denn viele Banken vergeben Schließfächer ausschließlich an Kunden, die bereits ein Konto bei der Bank haben. Zudem bieten die Banken den eigenen Kunden sehr oft bessere Konditionen an als den Nicht-Kunden.

Wie teuer ist das?

Unterschiedlich – die Preisspanne für ein Jahr liegt zwischen 25 Euro für ein kleines Schließfach (Sparkasse Uckermark) und 59,90 Euro (Deutsche Bank), ebenfalls für ein kleines Schließfach.

Bei einigen Banken ist eine Versicherung im Preis inbegriffen. Ist sie es nicht, sollten Sie zuerst einmal Ihre Hausratversicherung checken. Schließfächer sind dort teils mitversichert – allerdings ist gerade Bargeld oft vom Versicherungsschutz ausgenommen. Halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit dem Versicherer. Die übliche Versicherungssumme für ein Bankschließfach liegt ungefähr bei 20.000 Euro.

Versichern sollten Sie Ihr Schließfach unbedingt. Und prüfen Sie dabei auch, ob Ihr Bankschließfach gegen Feuer und Wasser versichert ist.

Und im Schadensfall?

Für Wertgegenstände sollten Sie Nachweise aufbewahren, zum Beispiel Quittungen, Belege, Urkunden oder auch Gutachten. Allerdings nicht im Schließfach, sondern an einem anderen sicheren Ort, versteht sich.

Der Nachweis über Bargeld in einem Bankschließfach ist relativ schwierig. Patrick Hentzgen von der Allianz Versicherung rät Kunden, bei der Einlagerung von Bargeld nachzuhaken, ob die Möglichkeit besteht, dass ein Mitarbeiter der Bank die Einlagerung von Betrag XY beglaubigt.

Interessant: Zu Beginn der Corona-Krise war die Nachfrage nach Scheinen und Münzen deutlich gestiegen, so die Bundesbank. Auch in den Folgemonaten gab es noch Zuwächse. Wir Deutschen - so kann man feststellen - bewahren nun mal gerne unser Bargeld. Besprechen Sie diesen Punkt also auf jeden Fall mit Ihrem Bankberater.