Münzen in einem Beet (Quelle: imago/panthermedia)
Bild: imago/panthermedia

Fr 05.04.2019 | Dossier | Lesedauer etwa 6 Minuten - Nachhaltige Geldanlagen: Nicht alle überzeugen

Wir verraten, welche zu empfehlen sind

Geld anlegen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun: Nachhaltige Geldanlagen berücksichtigen Umweltaspekte, Produktionsbedingungen und ein werteorientiertes Management. Das Konzept klingt fantastisch, hat aber auch Haken. Und nicht alles, wo "nachhaltig" draufsteht, ist auch wirklich empfehlenswert. Doch die guten Anlagen werden mehr.

Nachhaltigkeit ist nicht definiert

Wer sein Geld nachhaltig anlegt, kann sich relativ sicher sein, dass sein Investmentunternehmen nicht die Umwelt schädigt, keine Kinder- und Zwangsarbeit nutzt, keine Waffen herstellt oder Atomenergie produziert. Allerdings hängt das weitere Ausmaß der Nachhaltigkeit von den individuellen Kriterien des Unternehmens ab. Es gibt keine allgemeine Definition.

Um herauszufinden, ob Sie sich mit einem Anlageunternehmen identifizieren, sollten Sie unbedingt die Nachhaltigkeitskriterien studieren und vergleichen. Dabei können Sie sich an Labels orientieren, wie dem FNG-Siegel, dem Österreichischen Umweltsiegel oder dem Ecoreporter Siegel. Tipp: Manchmal lassen sich hilfreiche Infos über das Asset Management - also die Vermögensverwalter des Unternehmens herausfinden.

Finanzielles Risiko wie bei konventionellen Anlagen

Nachhaltige Fonds sind in der Tendenz teurer, was vor allem daran liegt, dass die Auswahl der wenigen umwelt- und sozialfreundlichen Firmen aufwendig ist. Die finanziellen Risiken dagegen hängen – genau wie bei konventionellen Anlagen – von Marktgegebenheiten oder der Qualität des Vermögensverwalters ab.

Laut Volker Weber vom Forum nachhaltiger Geldanlagen sei das Risikopotential sogar geringer, da Umweltrisiken, soziale Risiken und Reputationsrisiken bereits mit einbezogen sind. Es gibt auch die Theorie von Harvard-Ökonomen, dass ökologisch und ethisch orientierte Unternehmen bessere Managementkapazitäten haben, die sich langfristig auszahlen.   

Diese Anbieter sollten Sie meiden

Das Verbraucherportal Finanztip rät von Beteiligungen an Windparks, Solarparks, Waldprojekten, Genussscheinen oder Nachgangdarlehen und auch dem Kauf einzelner Aktien ab. Hier sei das Risiko hoch, sein Geld zu verlieren oder in einem Insolvenzverfahren zu landen. Die Finanzaufsicht Bafin hat ausdrücklich vor vermeintlich sicheren Kapitalanlagen mit hohen Gewinnversprechen gewarnt – und in einem Papier erklärt, woran man diese erkennt.

Der Weg zur guten, nachhaltigen Geldanlage

Ein guter Einstieg sind Aktienfonds von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen, wie kostengünstige Indexfonds (ETFs) auf nachhaltige Aktienindizes. Es ist empfehlenswert seine Aktien breit zu streuen, um das Risiko zu minimieren. Ein ETF sollte mindestens fünf Jahre auf dem Markt sein, mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeldeingesammelt haben und auf Deutsch im Internet vertreten sein.