Viele unterschiedliche bunte Tabletten und Dragees liegen auf einer Holzoberfläche (Quelle: imago images/Panthermedia)
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Mo 16.09.2019 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Nahrungsergänzungsmittel: Überflüssige Helfer?

Wer einige Präparate wirklich braucht

Sie stehen massenhaft in Drogerieregalen und in Apotheken: Nahrungsergänzungsmittel. Die schönen bunten Pillen mit Vitaminen und Mineralien sollen Mängeln vorbeugen und die Gesundheit unterstützen. Ein schönes Versprechen, oder? Das denken sich anscheinend auch viele Deutsche, denn der Umsatz mit Nahrungsergänzungsmitteln stieg hierzulande von 1,3 Milliarden Euro (2017) auf über 1,4 Milliarden Euro (2018).

Dass die Präparate häufig viel zu hochdosiert sind und es noch nicht mal gesetzlich festgelegte Höchstmengen für die enthaltenen Stoffe gibt - weder national noch auf EU-Ebene -, scheinen die wenigsten zu wissen. Und genau hier liegt das Problem: Denn falsch dosiert können Nahrungsergänzungsmittel sogar gesundheitsschädlich sein.

Gesunde brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel

Wer sich ausgewogen ernähre und auch ansonsten gesund sei, brauche keine Nahrungsergänzungsmittel, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Sie aber stehen auf Fast Food und nehmen die Präparate, um ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt zu sein? Da haben wir leider schlechte Nachrichten für Sie, denn so helfen diese Pillen erst recht nicht.

Dazu sind sie auch nicht gedacht, denn die Ergänzungen werden nicht als Arznei gehandelt und müssen daher auch nur beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registriert werden. Für die Sicherheit der Mittel sind die Hersteller selbst verantwortlich.

Nachgewiesener Mangel

Generell lohnt sich der Kauf der mitunter teuren Nahrungsergänzungsmittel nur, wenn ein Arzt einen Mangel bei Ihnen festgestellt hat. Beispiel Vitamin D: Dieses wird mithilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. In der dunklen Jahreszeit greift der ein oder andere daher zu Vitamin D3 aus der Drogerie oder Apotheke. Besser ist es jedoch vorher über einen Bluttest beim Hausarzt abklären zu lassen, ob wirklich ein Mangel vorliegt. Denn überdosiert kann das fettlösliche Vitamin der Knochengesundheit schaden.

Vegane Ernährung

Es gibt jedoch auch Gruppen, denen der Zusatz bestimmter Vitamine ausdrücklich empfohlen wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Veganern zur zusätzlichen Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten, da das Vitamin vorwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Ein Mangel hätte schwerwiegende Folgen, weil Vitamin-B12 unter anderem für die Blutbildung verantwortlich ist.

Wer jedoch regelmäßig Fleisch und andere tierische Produkte isst, wird in der Regel nicht an einem Vitamin-B12-Mangel leiden. Ein vermeintlich verbreiteter Vitamin B12-Mangel in der Bevölkerung ist laut Verbraucherzentralen nicht nachgewiesen.

Nur nach Absprache mit dem Arzt

Auch wenn das reichhaltige Angebot verlockend ist, Nahrungsergänzungsmittel sind für die meisten von uns unnötig. Wer aufgrund von Allergien, Unverträglichkeiten oder Tierschutz auf bestimmte Lebensmittelgruppen verzichtet, sollte seinen Speiseplan gut planen und bei möglichen Mängeln immer erst einmal mit dem Hausarzt sprechen. Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie bei den Verbraucherzentralen.