Eine alte Hand und eine junge Hand
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Mo 09.04.2018 | Dossier - Pflege in Berlin und Brandenburg

Wer hilft im Falle eines Pflegefalls?

Immer mehr Menschen bei uns brauchen Pflege. Wer nicht direkt betroffen ist, verdrängt das Thema allerdings gerne. Doch leider wird das Ganze oft schneller aktuell, als einem lieb ist - wenn ein Elternteil etwa einen Schlaganfall hatte. Dann ist schnelle Hilfe nötig. Aber wie findet man die? Etwa durch einen Pflegeberater. Und wussten Sie, dass es kostenlose Pflegekurse für Angehörige zu diversen Themen gibt?

Hilfe in der Pflege zu finden wird immer schwerer

Aber der Reihe nach. Laut statistischem Bundesamt werden 2,9 Millionen Bedürftige in Deutschland gepflegt. Fast die Hälfte davon (1,4 Millionen) werden zu Hause durch Angehörige, ohne die Unterstützung eines Pflegedienstes, versorgt. Allein in Brandenburg sind derzeit knapp 120.000 Menschen auf Pflege angewiesen. Das Problem: Schon jetzt sind die Pflegekassen chronisch leer und das Personal knapp. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung steigt die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2060 um fast das Doppelte. Gute und bezahlbare Hilfe in der Pflege zu finden, wird also immer schwerer.

Pflegestützpunkte in Berlin und Brandenburg

Pflege ist ein Thema, das oft abschreckt, sagt Christine Schmidt-Statzkowski, Pflegeberaterin bei der Firma Premio. Der Paragrafen-Dschungel und das Amtsdeutsch überfordern viele. Hilfe finden Angehörige zum Beispiel bei privaten Dienstleistern und auch bei Pflegestützpunkten der Krankenkassen. Seit 2009 gibt es bundesweit diese neutralen Beratungsstellen, die individuell und kostenlos rund um das komplexe Thema Pflege informieren.

Kostenlose Angehörigenpflegekurse

42 Pflegestützpunkte gibt es allein in Berlin und Brandenburg. Dazu kommen private Pflegeberatungen. Auch dorthin können sich Angehörige wenden, um sich über Pflege zu informieren. Pflegestützpunkte gibt es in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt, dazu kommen noch etliche Außenstellen. Mindestens ein Pflege- und ein Sozialberater geben dort neutralen und individuellen Rat. Sie helfen beim Zurechtfinden in den Vorschriften, bei Antragsformularen, bei der Vorbereitung auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) und geben Tipps für weitere Anlaufstellen.

So etwa zu Hilfsangeboten, die sowohl den Pflegebedürftigen selbst, als auch den Angehörigen nutzen können. Zum Beispiel zu den kostenlosen Kursen für pflegende Angehörige. "Manche Bürger kommen auch einfach zu spät, also wenn sie schon kurz vorm Burnout sind in der Pflegesituation", sagt Pflegeberaterin Schmidt-Statzkowski. Dabei wäre es sinnvoller, diese Kurse präventiv zu machen. Alle Themen in der Pflege können in den Kursen abgerufen werden, so die Pflegeberaterin. Von einem Orientierungskurs, der darüber informiert, was alles beantragt werden muss, über einen großen Angehörigenpflegekurs bin hin zu Kursen über den Umgang mit Demenz.

Weitere Ansprüche für Pflegebedürftige

Seit 2017 gilt ein neues Pflegestärkungsgesetz, das auch finanziell einige Änderungen brachte. Alle Pflegebedürftigen in den Pflegestufen 1 bis 5 bekommen nun einen Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat. Mit diesem Betrag sollen pflegende Angehörige entlastet werden. So soll gefördert werden, dass Pflegebedürftige so lange wie möglich im häuslichen Umfeld ihren Alltag selbstständig bewältigen können. Abgerechnet werden können durch das Pflegestärkungsgesetz etwa teilstationäre Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder auch Leistungen für den ambulanten Pflegedienst. Auch rechtliche Beratung steht Pflegebedürftigen zu.

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