Gefälschte, beschlagnahmte Viagra-Pillen (Quelle: IMAGO / CommonLens)
Bild: IMAGO / CommonLens

Di 23.02.2021 | Beitrag| Lesedauer etwa 3 Minuten - Potenzmittel: Nicht immer gut fürs Herz

Stiftung Warentest warnt vor Medikamenten aus dem Internet

Zirka 30 bis 50 Prozent der über 40-Jährigen haben sie laut Studien schon mal erlebt: Erektionsstörungen. Trotz der weiten Verbreitung sind diese jedoch für viele Männer noch immer ein Tabuthema. Die Scham verleitet viele dazu, dubiose Mittelchen aus dem Internet zu bestellen, anstatt das Gepräch mit einem Arzt oder Apotheker zu suchen. Das kann lebensgefährlich sein.

Bloß nicht stressen

Während bei jüngeren Männern die Ursachen für Erektionsstörungen oft psychischer Natur sind, und Faktoren wie Stress oder Ernährung ursächlich sind, liegen bei älteren oft organische Gründe vor. Nicht selten sind es Durchblutungsstörungen, manchmal aber auch andere Medikamente, die zu Beschwerden führen. Auch das Alter spielt eine Rolle.
 
Stiftung Warentest hat nun getestet, welche Medikamente wirklich helfen und von welchen Betroffene unbedingt die Finger lassen sollten. Dabei wurden neben Tabletten auch Spritzen und Stäbchen getestet, die bei der sogenannten erektilen Dysfunktion helfen sollen.

Vorherz zum Arzt

Betroffene sollten dabei vor der Einnahme unbedingt mit einem Arzt, idealerweise einem Urologen sprechen und auch abklären, ob etwaige Herzerkrankungen vorliegen. Potenzmittel, egal ob aus der Apotheke oder dem Internet, sollten in keinem Fall genommen werden, wenn Herzbeschwerden vorliegen, da das lebensgefährlich werden kann.
 
Sprechen keine gesundheitlichen Gründe dagegen, kann ein Arzt Potenzmittel verschreiben, die den Betroffenen in der Regel helfen können, wie der Test von Stiftung Warentest zeigt.

Warnung vor vermeintlichen Wundermitteln

Gleichzeitig wird im Test aber auch vor vermeintlichen Wundermitteln gewarnt, die frei im Internet käuflich sind. Viagra-Kopien sind oft ohne Wirkung, vermeintlich natürliche Produkte können oft undeklarierte Inhaltsstoffe haben und stark gesundheitsschädlich sein. Von diesen sollte man(n) definitiv die Finger lassen.

Auch nach ärztlicher Rücksprache sollten Medikamente nur in der Apotheke oder bei seriösen Online-Apotheken gekauft werden. Nur hier kann sichergestellt werden, dass auch nur die angegebenen Inhaltsstoffe verwendet wurden.
 
Eine gesunde Ernährung, wenig Alkohol und wenig Stress können sowohl vorbeugend als auch begleitend dazu beitragen, dass keine Erektionsstörungen auftreten. Und auch wenn Sie davon betroffen sind: Das Problem ist weit verbreitet und es besteht kein Grund zur Scham. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und verlassen Sie sich keinesfalls auf Versprechungen im Internet.