Ein Aufsteller eines Optikers mit verschiendenen Sonnenbrillen-Modellen (Quelle: imago images/Panthermedia)
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Mo 31.05.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Sonnenbrille: mehr als ein Accessoire

Welche Kategorie, welcher UV-Schutz, welche Tönung

Gut aussehen soll sie, die Sonnenbrille da mitten in Ihrem Gesicht. Aber ein paar mehr Qualitäten müssen schon auch noch gegeben sein, damit der Kauf sich nicht als Flop herausstellt. Denn zuallererst soll eine Sonnenbrille Ihre Augen schützen! Vor einem Sonnenbrand auf der Hornhaut - und vor dem Blaulichtanteil des Sonnenlichts, der die Netzhaut schädigen kann.
 
Dafür sollten Sie auf den UV-Schutz und auf den Tönungsschutz achten. Dazu gleich mehr, vorab aber schon mal ein Tipp: Die dunkelsten Sonnenbrillen-Gläser sind nicht unbedingt die besten. Denn wenn sie ohne integrierten UV-Filter daherkommen, nützen sie rein gar nichts: Die Pupillen weiten sich, weil sie anscheinend geschützt werden - lassen dadurch aber mehr schädigende UV-Strahlen durch.
 
Also, beachten Sie folgende Punkte, dann wird es was mit der Optik - in doppeltem Sinne.

Der UV-Schutz

"UV 400" - dies sollte auf Ihrer neuen Sonnenbrille vermerkt sein. Das Zeichen gibt die Wellenlänge an, unterhalb derer das ultraviolette Licht durch das Glas abgeblockt wird. Der Wert ist für den "normalen" Gebrauch vollkommen ausreichend. Fürs Gebirge oder ausgeweitete Segeltörns könnte allerdings ein höherer Schutz vonnöten sein, sprechen Sie in dem Fall mit einem Optiker. Tipp: Bei einigen Optikern kann man den UV-Schutz seiner Brille auch überprüfen lassen.

Der Tönungsschutz

Die Tönung der Gläser sorgt dafür, dass Ihre Augen nicht geblendet werden. Dazu wird der Schutz in verschiedene Kategorien aufgeteilt:
 
- Kategorie 0: leichter Lichtschutz bei Wolken und abends,
 
- Kategorie 1: für bedeckte Tage und wechselhaftes Wetter,
 
- Kategorie 2: bei Sonne in unseren Breiten optimal,
 
- Kategorie 3: für Meer, Strand und Berge,
 
- Kategorie 4: fürs Hochgebirge und Schnee, aber ungeeignet fürs Autofahren - dafür sind die Gläser zu dunkel.

Unbedingt beachten

Wichtig ist auch die Größe der Sonnenbrillen-Gläser. Denn nur, wenn sie auch an den Seiten und oben Ihre Augen ausreichend bedeckt, ist voller Schutz gegeben. Außerdem flirrt es dann nicht ständig so im Auge. Bitte schauen Sie beim Kauf auch, ob das CE-Kennzeichen vorhanden ist. Wenn nicht: Finger weg.

Es gibt noch mehr

Jetzt haben wir das Einmaleins der Sonnenbrillen. Aber es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten, Ihre Augen zu schützen!
 
Sie könnten sich zum Beispiel für eine Verlaufstönung entscheiden: oben dunkler, unten heller - um sich gegen die hochstehende Sonne zu schützen.
 
Auch beliebt, weil Brillenträger nicht immer zwei Brillen mit sich herumschleppen müssen: selbsttönende Gläser. Sie verdunkeln sich immer stärker, je heller die Sonne scheint.
 
Gläser mit Polarisationsfilter nehmen Lichtreflexen die Stärke, etwa von Oberflächen wie Wasser, Sand oder Straßen. Gut, wenn Sie von solchen Reflexen gerne mal irritiert sind.
 
Jetzt noch ein bisschen ALARM - mit einem Blaulichtfilter. Der sorgt nicht dafür, dass Sie heran eilende Polizeiautos besser sehen, stattdessen wird Ihr Auge noch besser vor dem Blaulichtanteil des Sonnenlichts geschützt. Denn gerade das blaue Licht gilt als aggressiver und kann gerade im fortgeschrittenen Alter zu Sehbeschwerden führen.
 
Wenn Sie eh eine Brille tragen müssen, egal, ob Lese- oder Gleitsichtbrille, dann brauchen sie nicht immer gleich auch eine passend Korrektur-Sonnenbrille. Für die meisten Brillengestelle lassen sich Aufsätze anfertigen. Damit sparen Sie meist viel Geld.