Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Kamera am Meer und cremt sich das Schulterblat mit Sonnencreme ein (Quelle: Colourbox)
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Mo 31.05.2021 | Dossier | Lesedauer etwa 6 Minuten - Sonnenschutz: So geht's richtig!

So einfach schützen Sie sich vor UV- und Infrarotstrahlen

So richtig sommerlich warm war es im Mai ja noch nicht, aber das soll sich jetzt im Juni endlich ändern. Das sorgt bei den meisten von uns erst einmal für gute Laune, keine Frage. Aber klar ist auch, dass damit ungesunde UV-Strahlen hier in der Region ein ständiger Begleiter sind. Um Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen, ist daher ein guter Sonnenschutz unverzichtbar. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt dazu Kleidung, Sonnenbrillen und Sonnencreme. Aber was gibt es dabei jeweils zu beachten?

Kleidung als UV-Schutz

Einfach zu merken ist folgender Grundsatz: je dichter gewebt, desto besser gegen UV-Strahlung. Einige Textil-Hersteller haben sich auf UV-Schutzkleidung spezialisiert. Vom Hut über den Bikini bis hin zum Kleid oder Pullover, das Angebot wird immer größer.

Warum UPF 80 eine gute Wahl ist

Ausschlaggebend für den Schutz vor UV-Strahlung bei Textilien ist der sogenannte UV-Schutzfaktor (Ultraviolet Protection Factor, kurz UPF). Der UPF gibt an, wie viel länger Sie mit Sonnenschutztextilien in der Sonne sein können, ohne ihre Haut zu schädigen. Beim Kauf von UV-Schutzkleidung sollte daher der erste Blick immer in Richtung Schutzfaktor gehen. Geprüft werden die Textilien in Deutschland üblicherweise nach dem recht anspruchsvollen UV-Standard 801. Die Skala reicht dabei bis zu UPF 80. Mit solcher Kleidung geschützt, können Sie Ihre Zeit in der Sonne um das Achtzigfache verlängern.

Schwarz oder Weiß, was schützt besser?

Im Sommer möglichst helle Kleidung zum Schutz vor der UV-Strahlung tragen? Das ist in Ordnung, wenn der Stoff relativ dick und möglichst dicht gewebt ist. Aber für schwarze Kleidung gilt das offenbar ähnlich. Forscher sagen: Am Ende ist die Farbe nicht entscheidend, sondern, dass wir die Kleidung luftig tragen, also keine eng anliegenden Shirts in der Sommersonne tragen.

Unterschiedliche Sonnebrillen-Modelle auf einem Regal am Straßenrand (Quelle: colourbox)
Nicht nur cool, sondern auch schützend: Sonnenbrillen

Dass Sonnenbrillen nicht nur aus modischen Gründen erfunden wurden, ist kein großes Geheimnis. Um zu verhindern, dass schädliche UV-Strahlen ins Auge gelangen, sind Sonnenbrillen unabdingbar. Aus den Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz haben wir eine kleine Checkliste für Ihren nächsten Kauf einer Sonnenbrille erstellt:
 
1. Auf die Kennzeichnung "UV 400" ist Verlass. Wenn eine Sonnenbrille so gekennzeichnet wurde, erfüllt sie die Anforderungen, die an den Strahlenschutz gestellt werden.
 
2. Bei der Brillenglas-Tönung bitte darauf achten, dass diese mindestens Kategorie zwei oder drei aufweist. Vermerkt wird diese Information auf einem Aufkleber, dem Etikett oder am Brillenbügel.
 
3. Auch der Seitenschutz spielt bei der Wahl einer guten Sonnenbrille eine wichtige Rolle, da die UV-Strahlung streut. Entsprechend große Gläser oder eine geeignete Form der Sonnenbrille vermindern die Einstrahlung von der Seite.

Mit Sonnencreme wird der Schutz fast perfekt

Allerdings garantieren Sonnenbrille und Kleidung allein immer noch keinen umfassenden UV-Schutz. Daher unbedingt alles mit Sonnenmilch eincremen, was nicht bekleidet ist. Und zwar mit dem richtigen Lichtschutzfaktor, denn jeder Hauttyp benötigt einen anderen.
 
Besonders helle Hauttypen dürfen sich ohne extra Schutz eigentlich nur fünf Minuten in der prallen Sonne aufhalten. Mit ein bisschen Mathe können Sie schnell selbst ausrechnen, wann Sie spätestens wieder in den kühlenden Schatten gehen sollten: Lichtschutzfaktor der Sonnencreme mal Eigenschutz ergibt die maximale Verweildauer in der Sonne. Das Nachcremen zum Beispiel nach dem Baden verlängert übrigens nicht die Schutzwirkung, sie bleibt dadurch nur erhalten.

Unterschiedliche UV-Filter

Wer nun noch die passende Sonnencreme sucht, muss sich zwischen mineralisch und chemisch wirkenden UV-Filtern entscheiden. Häufig finden sich aber auch beide Varianten in einem Produkt.
 
Ein mineralischer UV-Filter wirkt wie eine Art Schutzschild. Sonnencremes mit diesen Filtern enthalten mineralische Partikel wie Titandioxid oder Zinkoxid, die die Sonnenstrahlen reflektieren, absorbieren oder streuen, ehe sie in die Haut eindringen können. Dieses Schutzschild ist für uns sichtbar, denn die Cremes weißen und man sieht schnell aus wie ein Geist.

 
Inzwischen gibt es jedoch auch viele Produkte, die nur wenig weißen und dadurch unauffälliger sind. Aber Achtung: Eine solche Creme kann auch Nanopartikel enthalten, denn je kleiner die Partikel, desto weniger weiß sieht die Haut nach dem Eincremen aus. Diese Nanopartikel dringen jedoch in die Haut ein. Die Folgen für die Gesundheit und die Umwelt sind umstritten, da es noch keine Langzeitstudien gibt. Wenn Sie Hautprobleme wie Neurodermitis haben, sollten Sie möglichst auf Nanopartikel verzichten.

 
Chemisch wirkende UV-Filter dringen hingegen immer in die Haut ein und wandeln die UV-A und UV-B-Strahlen dort in Wärme um. Deswegen empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz für solche Produkte auch eine Einwirkzeit von mindestens 30 Minuten. Übrigens können auch in diesen Cremes Nanopartikel enthalten sein. Bei den Inhaltsstoffen finden Sie dazu jeweils den Hinweis "nano".

Wie viel Sonne ist eigentlich?

Über ein Jahr hinweg ist die Intensität der UV-Strahlung sehr unterschiedlich. Wie stark die Strahlung ist, wird mit dem UV-Index ausgedrückt. Im Sommer reicht dieser Index in Deutschland meist von fünf bis acht. Dafür gibt es sogar eine Vorhersage, die Sie sich als UV-Newsletter direkt in Ihr digitales Postfach holen können.