Viele gestapelte Holzscheite (Quelle: Colourbox)
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Fr 08.01.2021 | Dossier | Lesedauer etwa 7 Minuten - Brennholz: stapelweise Wärme

So kaufen Sie gut und günstig Holzscheite

Der Trend zum eigenen Kamin oder Ofen ist ungebrochen. Laut Umweltbundesamt verheizt jeder vierte Haushalt in Deutschland im Winter Holz, Hackschnitzel oder Holzpellets. Zu kaufen gibt es Brennholz an der Tankstelle oder im Baumarkt. Oder direkt an der Quelle: "Die einen gehen in den Wald, die anderen nach Holz", besagt ein russisches Sprichwort. Und eben dort, im Wald, können Hobby-Holzfäller ihr Kaminholz selbst schlagen. Doch egal, wo Sie nun Ihr Brennholz heranschaffen: Unterschiede gibt es reichlich, bei der Qualität und beim Preis.

Welches Holz brennt am besten?

  • Restfeuchte

  • Richtige Größe der Holzscheite

  • Laub- oder Nadelholz?

Holzhändler nutzen unterschiedliche Mengenangaben

Der Kauf von größeren Mengen ist oft günstiger, lohnt sich aber nur für diejenigen, die auch genügend Platz zum Lagern zu Hause haben. Beim Preisvergleich lohnt sich ein genauer Blick, denn Händler nutzen unterschiedliche Mengenangaben. Es gibt Raummeter und auch Schüttraummeter. Beim Raummeter wird das Holz dicht gestapelt. Bei Schüttraummeter wird das Holz geschüttet, und es bleiben viele Lufträume. Experten gehen davon aus, dass beim Schüttraummeter etwa 40 Prozent weniger drin sind als beim Raummeter.

So kaufen Sie richtig

Achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Scheit auf die oben genannten Punkte Restfeuchte, Scheitgröße und Holzart. Und natürlich auf den Preis! Dabei bitte darauf schauen, dass sich die Preise auf dieselbe Mengeneinheit beziehen. Auch, ob das Holz aus nachhaltigem Anbau kommt, ist interessant.
 
Wenn Sie gefunden haben, was Sie suchen, sollten Sie sich noch vergewissern, dass das Holz nicht von schlechter Qualität ist, etwa, wenn es zu lange im Regen lag und sich Schimmel oder andere Beläge ausgebreitet haben. Denn hier ist der Heizwert beeinträchtigt und die Pilzsporen können sich, solange das Scheit noch neben dem Kamin liegt, in der Raumluft verteilen. Der Riechtest hilft hier: Ihre Nase sagt Ihnen, ob die Scheite nach Holz riechen oder nach Moder.
 
Kaufen Sie große Mengen, können Sie nun mit dem Händler die Konditionen abklopfen: Raummeter und Schüttraummeter? Wird an die Haustür geliefert? Was kostet das extra?
 
Wenn das Holz geliefert wird, sollten Sie umgehend überprüfen, ob Qualität und Menge stimmen. Am besten sogar, solange der Lieferant vor Ort ist. Schichten Sie die angelieferten Schüttraummeter auf, müssen Sie die Schüttraumeter natürlich in geschichtete Meter umrechnen, im Internet gibt es dafür diverse Umrechner. Bei der Lieferung sollte es höchstens zu Abweichungen von plus/minus fünf Prozent kommen - in dieser Höhe ist das völlig in Ordnung.

Option selbermachen?

Neben dem Kauf von Scheiten und Anzündholz, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, selbst Holz zu sammeln - oder zu schlagen. Welche das genau sind, erklären wir im folgenden Teil. Klar ist: Selbermachen ist günstiger als machen lassen. Aber: Sie brauchen Platz für die Lagerung und Trocknung des Holzes. Erst nach sechs bis 24 Monaten ist es reif für den Kamin.

Brandenburg hat viel Wald und viel Holz

Brandenburg gehört zu den fünf waldreichsten Bundesländern. Gut ein Drittel der Landesfläche (37 Prozent) besteht aus Wald. Mit Erlaubnis des Waldbesitzers darf Holz gesammelt werden. Eine günstige Möglichkeit für alle, die nur ab und zu mal etwas Holz benötigen. "Die Revierleiter vor Ort geben je nach örtlichen Möglichkeiten einzelfallweise diese Erlaubnisse heraus", sagt Ellen Schlieker vom Landesbetrieb Forst Brandenburg. Wie dünn beziehungsweise wie dick das Holz sein darf, welches entnommen wird, entscheide je nach Zertifizierungskriterien der zuständige Revierleiter vor Ort.

"Selbstwerben" - selber sägen im Wald

Auch die Möglichkeit, Holz selber zu machen, besteht. Dies nennt man "Selbstwerben". Als erstes braucht man dazu die Genehmigung vom zuständigen Waldbesitzer. "Im Vorfeld der Selbstwerbung wird jeweils ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen, in welchem die konkrete Waldfläche benannt ist", sagt Ellen Schlieker vom Landesbetrieb Forst Brandenburg.
 
Der zuständige Förster zeigt einem dann die Flächen, auf denen selbst gesägt werden kann und nennt auch Zeiträume, in denen dies möglich ist. Einschränkungen gibt es aus Gründen des Naturschutzes. "Zum Beispiel im Frühjahr, wenn Adler brüten", so Ellen Schlieker. "Auch die Wege sind nicht ganzjährig befahrbar", sagt Martin Hasselbach vom Waldbesitzerverband Brandenburg. Auch deshalb lohne es sich, die Zeiten vorher abzusprechen. Wer selbst sägen möchte, braucht einen Motorsägenschein und auch Schutzausrüstung.

Und jetzt: Kamin an

Holz haben Sie allmählich genug vor der Hütte, jetzt wollen Sie ein ordentliches Feuer anzünden. Klar, haben Sie schon tausendmal getan in Ihrem Leben, aber vielleicht haben wir ja doch noch den einen Tipp, den Sie noch nicht kannten. Lassen wir es drauf ankommen ...
 
So gelingt das Kaminfeuer schnell
 
Verwenden Sie unbehandeltes, gut abgelagertes Brennholz, um die Feinstaubemissionen zu verringern, rät die Verbraucherzentrale, und öffnen Sie die Luftzufuhr-Klappen.
 
Füllen Sie den Brennraum Ihres Ofens maximal zur Hälfte: Unten zwei bis drei Scheite, darauf ein natürlicher Anzünder wie etwa wachsgetränkte Holzwolle oder Paraffin-Holzfaserstäbe. Diese Schichtung ermöglicht es, möglichst schnell hohe Temperaturen zu erreichen. Dann nehmen Sie dünnes, naturbelassenes Holz - etwa Holzspäne -, um das Feuer anzuzünden. Bitte keinen Karton oder ähnliches.
 
Wenn das Feuer im Gang ist, drosseln Sie die Luftzufuhr, um die richtige Brenntemperatur beizubehalten. Achten Sie auch darauf, dass eine ausreichende Zufuhr von Verbrennungsluft gewährleistet ist, um einen Schwelbrand zu unterbinden. Um die richtige Luftzufuhr zu erkennen, schauen Sie auf Rußablagerungen: Bleibt der Innenraum des Ofens hell und ohne Ruß, ist die Luftzufuhr richtig eingestellt.

Ein behaglich loderndes Feuer im Ofen (Quelle: dpa)

Benutzen Sie zum Nachlegen keine besonders dicken Scheite, diese brennen zwar außen, kokeln innen aber nur - was zu vermehrten Feinstaubemissionen führt. Nachlegen ist immer dann angesagt, wenn die sichtbaren gelben Flammen kurz vor dem Erlöschen sind und noch ausreichend Glut vorhanden ist. Also lieber häufiger wenig nachlegen, als selten viel.
 
Altpapier, Gartenabfälle oder Hausmüll sollten nie im Kaminofen landen - es ist verboten, da so gefährliche Schadstoffe freigesetzt werden können.
 
Und: Ist der Ofen nicht in Betrieb, werden alle Luftzufuhr- und Abgasklappen geschlossen - so entweicht keine warme Luft nach draußen.