Messer und ein Messerschleifer (Quelle: dpa)
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Mo 12.10.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 5 Minuten - Messer: Schleifen muss sein

So geht es am besten

Man muss ja kein Profikoch sein, um eines zu wissen: Stumpfe Messer sind im Haushalt gefährlicher als scharfe. Denn stumpfe Messer rutschen eher ab, so ist die Gefahr einer Verletzung höher. Und: Wer sich mit einem scharfen Schnitt die Fingerkuppe abschneidet, hat wenigsten eine Chance, dass sie wieder gut angenäht werden kann. Passiert dies mit einem stumpfen Messer, sieht es schon schwieriger aus.
 
Ganz schön blutrünstig? Keine Sorge, damit ist es jetzt vorbei. Wir klären, wie Sie am besten Ihre Messer schärfen, wo - und wie Sie beim Messerschleifen zu Hause gut klarkommen.

1. Option: Selber schärfen

Wer selbst Hand anlegen will, hat verschiedene Möglichkeiten. Die erste ist ein Wetzstahl. Es gibt ihn in verschiedenen Materialien: Diamant, Keramik und verchromter Stahl. Je nachdem bekommen Sie ihn schon für unter zehn Euro im Haushaltswarenladen. Die Messerschneide wird am Stahl entlanggezogen - etwa fünf bis zehn Mal pro Seite. Das können Sie vor jedem Gebrauch des Messers machen. Dann aber unbedingt das Messer danach schnell säubern, damit Sie nicht später Ihre Speisen mit Metallabrieb "würzen". Die Handhabung ist nach etwas Übung sehr einfach - und es geht schnell. Aber Vorsicht: Keramikmesser dürfen nicht am Wetzstahl geschärft werden.
 
Auch der Wetzstein ist eine einfache Möglichkeit, Ihren Messern die nötige Schärfe zurückzugeben. Es gibt Sie auch schon ab etwa zehn Euro. Vor Gebrauch wird der Wetzstein gewässert, danach ist die Handhabung schnell erlernt: Im flachen Winkel wird das Messer mit sanftem Druck über den Schleifstein bewegt. So richtig gut geht das, wenn Sie den Wetzstein zur Benutzung auf eine rutschsichere Unterlage legen.
 
Wer sich weiter in die Kunst der Messerschleiferei wagen will, kann es mit einem Lederriemen und Polierpaste versuchen. Gibt es zusammen ab gut zehn Euro. Genau wie beim Wetzstahl wird das Messer hier von beiden Seiten ein paar Mal in einem bestimmten Winkel übers Leder gezogen. Der Lederriemen wird vorher allerdings mit Polierpaste behandelt. Mit dem gleichen Prinzip funktionieren auch Abziehleder, also Leder, die auf einem Block befestigt sind.
 
Und zuletzt steht der elektrische Messerschärfer für den Hausbedarf bereit. Die Geräte gibt es ab etwa 40 Euro, gute kosten aber gerne über hundert Euro. Ihre Messer werden so blitzschnell wieder scharf - aber ein bisschen fehlt die Handarbeit.
 
Übrigens: Tutorials zu allen bisher genannten Schleifarten gibt es zuhauf auf Youtube!

2. Option: Vor Ort schärfen lassen

Ja, es gibt sie noch: Messerschleifereien. Sowohl in Brandenburg als auch in Berlin sind viele Unternehmen ansässig, die Ihre Messer schleifen. Oft sind es auch Werkzeugschleifereien, die das Messerschleifen sozusagen als Nebengeschäft anbieten. Die Kosten sind meist abhängig von der Klingenlänge und liegen pro Messer etwa zwischen fünf und 25 Euro. Der Vorteil hier ganz klar: Der Profi ist am Werk. Auch hochwertigste Messer werden Ihnen hier ganz sicher nicht ruiniert. Der Nachteil: Bei den Preisen kann man natürlich nicht ständig den Messerschleifer beauftragen. Vergleichen wir es einmal so: Es ist also eher die professionelle Zahnreinigung, das Zähneputzen machen Sie zu Hause ...

3. Option: Vom Onlineanbieter schärfen lassen

Es gibt im Internet diverse Anbieter, die Ihnen das Schleifen Ihrer Messer abnehmen. Dabei sind sowohl Start-ups als auch alteingesessene Unternehmen oder Online-Platzhirsche zu finden. Suchen Sie im Internet einfach mal "Messer schleifen online" oder "Messer schärfen Versand" - Sie werden viele Anbieter finden. Die Kosten liegen dabei meist unter denen der Messerschleifereien vor Ort, aber längst nicht immer. Und es kommen noch Versandkosten dazu. Schauen Sie sich also genau Preise und Dienstleistungsumfang an, bevor Sie sich für die Onlinevariante entscheiden.