Ein Kleinwagen fährt auf einer Küstenstraße entlang (Quelle: imago images/imagebroker)
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Mo 17.05.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Mietwagen: deftige Preise wegen Corona-Krise

Wie Sie jetzt noch clever buchen können

Die Corona-Zahlen sinken, es sind immer mehr Menschen geimpft und seit die Bundesregierung am 12. Mai weitreichende Lockerungen für Reisen ins und aus dem europäischen Ausland bekannt gegeben hat, machen sich viele Menschen an die Urlaubsplanung. Dazu gehört für viele auch die Buchung eines Mietwagens. Doch hier steigen die Preise gerade enorm. Laut den Vergleichsportalen Billiger-mietwagen.de und Check24 müssen Kunden im Juli und August für einen Mietwagen doppelt so viel und mehr als zuvor bezahlen.

Zu wenige Autos

Das Problem: Die Vermieter mussten in der Krise sparen und haben ihre Flotten verkleinert. Nun ist die Nachfrage - je nach Urlaubsregion - größer als das Angebot. Das zeigen Auswertungen der Vergleichsportale Billiger-mietwagen.de und Check24 sowie Aussagen einzelner Anbieter.
 
In Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland sind die Preise laut Billiger-mietwagen.de mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. In Deutschland selbst sind es 20 Prozent. Check24 hat die Preise mit 2019 verglichen und stellt ebenfalls einen kräftigen Preisansteig fest. In Spanien zahlen Urlauber 82 Prozent mehr, in Italien 57 Prozent. "Viele Vermieter haben während der Corona-Pandemie ihre Flotten verkleinert, und nicht alle sind in der Lage, ihre Kapazitäten entsprechend der steigenden Nachfrage kurzfristig zu erhöhen", sagt Andreas Schiffelholz von Check24. "Das gilt besonders auf beliebten Inseln wie Mallorca." Dort sieht das Vergleichsportal einen Anstieg der Preise um deftige 94 Prozent.
 
Um trotzdem noch einen vergleichsweise günstigen Mietwagen zu bekommen, heißt es jetzt, gründlich Preise zu vergleichen. Am besten auch auf unterschiedlichen Plattformen und gleichzeitig beim Anbieter vor Ort.

Die Vorab-Checkliste

Auf der Suche nach einem Mietwagen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:
 
Tanken: Mit der verbraucherfreundlichen Tankregelung "voll-voll" zahlen Kunden nur für den Sprit, den sie auch tatsächlich verfahren, und vermeiden so die meist teure Betankung durch den Vermieter.
Abholstation
: Befindet sich der Mietwagen nicht direkt am Flughafen, sollten Sie prüfen, ob es einen kostenlosen Shuttle zum Mietwagenverleih gibt.
Zusatzkosten
: Für Extras wie Einwegfahrten, zusätzliche Fahrer oder Navis fallen je nach Anbieter unterschiedlich hohe Zusatzkosten an. Vergleichen Sie auch diese!

Und welche Versicherungen?

Für den Mietwagen sollten Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, rät die Verbraucherzentrale. Hier ist es wichtig, auf die Deckungssumme zu achten. Oftmals ist diese viel zu niedrig angesetzt. Das Vergleichsportal Check24 rät zu einer Deckungssumme von mindestens einer Million Euro und einer Police ohne Selbstbeteiligung im Schadensfall.
 
Eine zusätzliche Kfz-Haftpflichtversicherung für das EU-Ausland kann außerdem Abhilfe schaffen. Diese gibt es in Form der "Mallorca Police". Außerhalb der EU gibt es eine sogenannte "Traveller-Police", die weltweit gilt.
 
Darüber hinaus deckt eine Vollkaskoversicherung Schäden am Mietwagen aufgrund eines selbst verschuldeten Unfalls ab. Diese sind nicht mit in der gesetzlichen Kfz-Haftpflichtversicherung inbegriffen. Die Police sollte am besten keine Selbstbeteiligung vorsehen und sowohl Diebstahl als auch Schäden an Reifen, Felgen, Unterboden und Dach mit einschließen.

Stornierungsbedingungen nicht vergessen

Ein Jahr Pandemie hat uns gezeigt, wie dynamisch sich die Zahlen auch in kürzeren Zeiträumen entwickeln können. Reiseziele können etwa von neuen Corona-Infektionswellen erfasst werden, die eine Reise unmöglich machen. Darum gilt jetzt bei der Last-Minute-Planung: Checken Sie vor der Abreise noch mal die aktuell geltenden Reisebestimmungen. Und achten Sie bei der Buchung eines Mietwagens darauf, dass dieser bis zu 24 Stunden vor der Anmietung kostenlos storniert werden kann.

Gründlich sein - auch beim Säubern

Wenn Sie den Wagen vor Ort abholen, fragen Sie nach, ob das Fahrzeug auch von innen gründlich gereinigt und desinfiziert wurde. Säubern Sie selbst noch mal Lenkrad, Schaltung, Handbremse und Griffe. Schließen Sie keine Versicherungen ab, die Ihnen nicht vorher schon angeboten worden sind. Gerade alle Angebote, die irgendwie aus Ihrer Angst vor einer Corona-Infektion Kapital schlagen wollen, sollten sie strikt ablehnen.