Eine Kreditkarte wird per Angelhaken entwendet (Quelle: dpa)
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Mo 30.11.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Phishing: Vorsicht in der Vorweihnachtszeit

Der Trick mit den falschen URLs

Geschenke! Müssen gekauft werden. Und immer häufiger passiert das online. Eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Websicherheits-Unternehmens Kaspersky durchgeführt wurde, zeigt, dass drei von fünf Befragten den Großteil ihrer Weihnachtseinkäufe dieses Jahr online erledigen wollen.
 
Mit der steigenden Zahl von Online-Käufern sinkt jedoch das Risikobewusstsein - das zeigt die Studie ebenfalls: Drei Viertel der befragten Deutschen würden persönliche Daten gegen bessere Rabatte eintauschen. Naheliegend, dass auch immer häufiger Betrüger das Vorweihnachtsgeschäft für ihren Zweck nutzen wollen. Der da heißt: Verbraucherabzocke. Besonders beliebt sind dabei gefälschte URLs von scheinbar unauffälligen Shoppingseiten.
 
SUPER.MARKT hat dazu mit Kathrin Körber gesprochen, sie ist Referentin Digitales bei der Verraucherzentrale Niedersachsen, ihr Bereich: Onlinehandel.

Einfachste Tricks, große Schäden

"Wir bekommen hier tagtäglich Beschwerden, da sind dann wirklich Shops aller Couleur dabei", erklärt Körber SUPER.MARKT. Besonders eine Masche falle ihr und ihrem Team oft auf: "Alte, mittelständische Internetseiten werden gekapert, etwa eine Handwerkerseite - um darauf dann irgendein Produkt zum Kauf anzubieten. Letztens hatten wir den Fall, dass auf der Seite eines Naturschutzvereins Schuhe angeboten wurden, oder auf der Seite eines Ferienhauses Kühlschränke und Waschmaschinen."
 
Oft sind es auch einfache Tippfehler in der URL eines bekannteren Shops, schon landen Sie auf der Fake-Seite, wo der Betrug lauert. "Da kann manchmal ein Bindestrich darüber entscheiden, ob ich auf der echten Seite lande oder auf der falschen", ergänzt Körber. Selbst sie musste vor kurzem eine URL ganz genau angucken, um endlich den Minimalunterschied zur echten URL zu entdecken.
 
Der Trick hört sich banal an, so die Digitalexpertin - aber er funktioniere zuverlässig. Aber "ab dem Moment, wo ich meine Zahlungsdaten eingebe, ist es ungünstig - oder wenn ich in Vorkasse gehe." Körber rät deshalb, schon wenn eine vermeintliche Shoppingseite nicht gesichert ist: Sofort schließen und aus dem Netz gehen. Ob eine Seite gesichert ist, können Sie an dem grauen Sperrschloss erkennen, welches in der Browserleiste vor der URL stehen sollte. Zusätzlich sollte am Anfang der URL https stehen, nicht http.

Drei einfache Vorsichtmaßnahmen

Die Verbraucherschützerin empfiehlt Usern, auf folgende Dinge zu achten, bevor geshoppt wird:
 
• Passt der Name der URL zu den auf der Seite angebotenen Dingen?
 
• Ist die Seite gesichert?
 
• Ist das Impressum vorhanden und korrekt? Dafür bitte unbedingt das Impressum mit dem Handelsregister abgleichen. "Dieser Punkt ist wirklich wichtig", so Körber.