Ein Mann hält ein Tablet in der Hand, auf dem ein Video zu sehen ist, dass nicht lädt (Quelle: Colourbox)
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Mo 01.02.2021 | Dossier | Lesedauer etwa 8 Minuten - Internetverbindung: Alles wieder flott!

Das können Sie tun, wenn Ihr Internet-Anschluss zu langsam ist

Schon bevor die halbe Welt wegen der Pandemie im Homeoffice war, klagten viele über zu langsame Datenverbindungen bei ihren Breitbandanschlüssen. Nun sind noch mehr Menschen auf eine stabile Übertragungsrate angewiesen.

Wenn der Stream hängt, Webseiten ewig laden oder ein Videochat mit den Kollegen im Office ständig abbricht, kann das viele Gründe haben. Es kann an den räumlichen Gegebenheiten oder dem technischen Equipment bei Ihnen zuhause liegen, also beispielsweise am genutzten Router - oder aber auch daran, dass Ihr Netzanbieter nicht hält, was er verspricht.

Letzteres bemängelt auch die Bundesnetzagentur, die einmal im Jahr die Breitbandmessungen auswertet. Die Ergebnisse zeigen regelmäßig: Verbraucher bekommen schlechteres Internet, als ihnen vertraglich zugesichert wurde.
 
Wenn Sie ähnliche Probleme haben, dann sollten Sie Ihr Internet einem kleinen Test unterziehen. Ihre versprochene Leistung finden Sie in der Regel auf einem Produktinformationsblatt, das Sie von Ihrem Anbieter vor Vertragsabschluss bekommen haben sollten. Haben Sie die Werte, kann es losgehen.

Schritt 1: Internetschnelligkeit testen

Um zu überprüfen, wie langsam ihr Internet wirklich ist, müsse Sie die tatsächliche Übertragungsrate messen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
 

  • Breitbandmessung der Bundesnetzagentur (empfohlen): Mit diesen kostenlosen Messtools können Sie Ihre aktuelle Datenübertragungsrate sehr genau messen. Die Verbraucherzentrale stellt dazu eine Anleitung zur Verfügung.
     
  • Speedtest bei Ihrem Anbieter: Infos dazu finden Sie auf der Webseite Ihres Anbieters. Allerdings rät die Verbraucherzentrale eher davon ab, weil die Tests je nach Anbieter variieren und nicht objektiv seien.
     
Wichtig ist, dass Sie die Internetleistung über ein LAN-Kabel messen und nicht über das WLAN-Signal! Denn das WLAN-Signal ist sehr störanfällig und die Messung wird dadurch ungenau. "Ist die Internetverbindung schlechter als versprochen, sollten Sie Ihren Anbieter mit den Messergebnissen konfrontieren", rät Fiete Wulff, Pressesprecher der Bundesnetzagentur.
 
Sollten Sie dort nicht weiterkommen, können Sie sich an den Verbraucherservice der Bundesnetzagentur wenden. "Wir schauen uns jeden Fall gründlich an und leiten bei Bedarf ein Schlichtungsverfahren ein", sagt Wulff. Die Rückmeldung könne, je nach Aufkommen, einige Wochen dauern. Bis ein Schlichtungsverfahren abgeschlossen ist, dauere es im Schnitt etwa drei Monate.

Schritt 2: Router und WLAN-Signal überprüfen

Ist Ihre Internetverbindung über ein LAN-Kabel deutlich besser als die WLAN-Verbindung, dann können Sie schon mal sicher sein, dass das Signal in Ihrem Haus ordentlich ankommt, es jeoch technische oder architektonische Probleme bei Ihrem Router, bzw. in Ihrer Wohnung gibt. Gehen Sie dann wie folgt vor:

Wenn der WLAN-Empfang in dem Raum, in dem sich der Router befindet gut ist, in anderen Teilen der Wohnung jedoch schlechter wird, dann sollten Sie in Betracht ziehen, WLAN-Verstärker, sogenannte Repeater, zu installieren. Diese werden an strategischen Punkten der Wohnung angebracht, so dass sie das Router-Signal noch gut empfangen können und es dann verstärkt weitergeben in Bereiche, in denen bisher schlechter WLAN-Empfang war.

Wer eine durchgehende WLAN-Verbindung über mehrere Stockwerke eines Einfamilienhauses oder durch dicke Wände hindurch sicherstellen will, der wird um die Repeater-Lösung nicht drumherum kommen.

Ist Ihr WLAN-Empfang jedoch auch direkt neben dem Router miserabel, so kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber. Wenn Ihnen dieser auch das technische Equipment bereitgestellt hat, wird er mit Ihnen durch die Einstellungen Ihres Routers gehen, um diese zu optimieren. Falls dies keinen Erfolg bringt, könnte das Gerät defekt sein. Lassen Sie es austauschen.

Die häufigsten technischen Probleme

  • VDSL-Fähigkeit des Routers

  • Standort des Routers 

  • WLAN-Stärke und Funkkanal

  • WLAN-Netz mit Repeater erweitern

  • Lan-Netz über die Steckdose