Rettungsgasse (Quelle: IMAGO/Elbner Europa)
Bild: IMAGO/Elbner Europa

20.10.2017 - Das wird teuer - höhere Strafen für Verkehrssünder

Neuer Bußgeldkatalog, neue Strafen - hier ist die Übersicht

In Deutschland ist ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Damit werden einige Verkehrsvergehen künftig deutlich härter bestraft.

Rettungsgasse blockiert - mindestens 200 Euro

Wenn Rettungskräfte zu Unfällen eilen, kommt es immer wieder vor, dass Autofahrer ihnen den Weg versperren. Bisher war ein Bußgeld von 20 Euro fällig, wenn die Rettungsgasse blockiert wurde. Mit den Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung hat sich der Betrag mehr als verzehnfacht. So müssen Rettungsgassen-Blockierer nun ein Bußgeld in Höhe von mindestens 200 Euro zahlen. Wenn eine Gefährdung und eine Sachbeschädigung entsteht, beträgt die Strafe bis zu 320 Euro, verbunden mit einem Monat Fahrverbot.

Handy am Steuer - ab 100 Euro

Auch wer beim Autofahren mit dem Handy hantiert, riskiert jetzt ein deutlich höheres Bußgeld. Für Verstöße werden nun 100 Euro statt 60 Euro fällig, weiterhin verbunden mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Im schlimmsten Fall mit Sachbeschädigung, drohen 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot.

Handy auf dem Fahrrad - ab 55 Euro

Werden Fahrradfahrer mit Handy in der Hand ertappt, müssen sie 55 Euro statt bisher 25 Euro zahlen. Das Verbot, das bisher nur Mobil- und Autotelefone nennt, wird zudem auf alle Kommunikationsgeräte wie Tablets und Laptops erweitert.

Verhüllt am Steuer - 60 Euro

Außerdem ist es künftig verboten, im Straßenverkehr sein Gesicht zu verhüllen. Wer beim Autofahren sein Gesicht bedeckt, wird mit 60 Euro zur Kasse gebeten. Unter diese Regelung fallen Masken, Hauben und auch Kopfbedeckungen wie Burka. So soll sichergestellt werden, dass der Autofahrer auf dem Blitzerfoto zu erkennen ist. Ausgenommen davon sind Schutzhelme bei Motorrädern und anderen Fahrzeugen, bei denen eine Helmpflicht gilt.

Illegales Autorennen - bis zu 10 Jahre

Wer illegale Rennen veranstaltet oder daran teilnimmt, muss künftig mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen, wenn dabei jemand schwer verletzt oder getötet wird. Selbst wenn niemand zu Schaden kommt, drohen bis zu zwei Jahre Haft. Dafür wird ein neuer Straftatbestand eingeführt. Bisher wird die Teilnahme an solchen Rennen mit 400 Euro und einem Monat Fahrverbot geahndet. Bestraft wird künftig schon der Versuch, ein Rennen zu organisieren. Fahrzeuge können eingezogen werden. Erfasst werden auch Fahrer, die unabhängig von Rennen "grob verkehrswidrig und rücksichtslos" rasen.