Schön klares Wasser im Swimming Pool (Quelle: imago images/blickwinkel)
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Mo 13.07.2020 | Dossier| Lesedauer etwa 7 Minuten - Pool: Wer baden will, muss putzen

So halten Sie Ihren Swimming Pool in Schuss

Kinder haben's gut: Planschbecken aufgepustet, schon kann er losgehen, der Wasserspaß im eigenen Garten. Erwachsene haben da ein bisschen mehr zu tun. Aber wenn er dann erst mal steht, der Pool, dann gibt es auch hier kein Halten mehr: Rein, klatsch, nass. Alles gut.
 
Zum Glück gibt es Gartenpools mittlerweile für alle Geldbeutel - und auch der Aufbau ist meistens nicht zu schwer. Die ganze Sache ist heutzutage sogar so einfach, dass die Deutschen zu richtigen Pool-Liebhabern geworden sind: Der Bundesverband für Schwimmbad und Wellness (BSW) schätzt, dass es in Deutschland etwa 1,2 Millionen Mini-Pools gibt (Anschaffungskosten unter 1.500 Euro), dazu zeigen Zahlen des BSW aus dem Jahr 2019, dass es hierzulande etwa 789.000 private Pools gibt. Dazu zählen: überirdische Pools mit Anschaffungskosten von mehr als 1.500 Euro, in die Erde eingelassene Wasserbecken und private Hallenbäder. Tendenz steigend.

 
Und wer macht die alle sauber? Sie. Also, wenn Sie einen Pool haben. Es ist auch gar nicht so schwierig. Nur die richtigen Tricks muss man kennen. Und genau die liefern wir Ihnen hier. So können Sie sich die Badefreude den Sommer über erhalten. Hauptsache nass.

Jemand macht die Wände eines Swimming Pools mit einem Schrubber sauber (Quelle: imago images/Panthermedia)
1. Pool sauber halten

Machen Sie sich ein wenig Arbeit, bevor Sie richtig viel Arbeit haben, und halten Sie Ihren Pool sauber. Und dabei ist es egal, ob es sich jetzt um Planschbecken, aufpumpbare Fast-Set-Pools, Aufstellpools mit Stützkonstruktion, Holzrahmenbecken oder Stahlwandpools handelt. Nehmen Sie abends den Kescher und sammeln Sie Blüten, Blätter und Insekten aus dem Wasser. Decken Sie den Pool über Nacht ordentlich ab. Und spritzen Sie Ihre Badegäste vor dem Baden kurz mit dem Schlauch ab. So gelingen schon viel weniger Verunreinigungen ins Wasser und Sie haben viel Badespaß gewonnen.
 
Leeren Sie Ihren Pool regelmäßig, was vor allem bei Planschbecken der Fall ist. Nach jeder Leerung gehört natürlich das gründliche Auswischen dazu, auch in den Ecken und Ritzen! Dafür benutzen Sie am besten einen einfachen Lappen und eine Poolreinigungsbürste für hartnäckige Algenschmiere.

 
Für größere Pools, bei denen das Wasser seltener gewechselt wird, eignen sich sogenannte Poolsauger, mit denen Sie das Becken reinigen können. Mit den Saugern können Sie auch feine Schwebstoffe im Wasser entfernen.

2. Wasser erneuern

Planschbecken brauchen mindestens alle zwei Tage neues Wasser und eine Reinigung der Flächen, vor allem, wenn Kinder sie mitbenutzen. Denn nicht selten landet doch mal Pipi im Wasser. Das kostet zwar auch Geld, aber das sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe investieren. Astrid Hackenesch-Rump von den Berliner Wasserbetrieben rechnet bei einem "eher größeren Kinderpool" mit zwei Metern Durchmesser und einer Wasserhöhe von 50 cm mit "1.571 Litern Wasser und 6,28 Euro pro Füllung".
 
Der Austausch des Wassers ist ansonsten von Ihrem weiteren Vorgehen abhängig, entscheiden Sie sich etwa auch bei kleineren Fast-Sets oder Aufstellpools für eine Filteranlage, und wenn ja, für was für eine? Bei größeren Becken, bei denen das Wasser täglich gefiltert wird, reicht das Auswechseln des Wassers einmal im Jahr, vor Saisonstart. Spätestens alle drei Jahre sollte das Wasser in großen Pools aber auf jeden Fall gewechselt werden.
 
Das Entsorgen von Chlorwasser ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Poolwasser gilt gemeinhin als Abwasser, auch weil darin neben Chlor andere Stoffe wie zum Beispiel Sonnencreme-Rückstände im Wasser sind. Diese Stoffe sollen nicht in den Boden und ins Grundwasser gelangen. Es gilt nach § 54 des Wasserhaushaltsgesetzes, dass das Abwasser zwingend über die Kanalisation abgeleitet oder, bei zum Beispiel Kleingartenanlagen ohne Anschluss an die Kanalisation, von einem Abwasserentsorger abgepumpt werden muss.

3. Die Filteranlage

Die Filteranlage - mit der steht und fällt das Badevergnügen. Die gute Nachricht vorweg: Heutzutage gibt es Filteranlagen auch für das kleinste Schwimmbecken. Bleibt nur die Frage: Welche nehmen Sie?
 
Zur Wahl stehen Sand- und Kartuschenfilter. Bei beiden wird das Wasser durch eine Pumpe angesaugt, gereinigt und dann wieder ins Becken gelassen. Sandfilter sind gerade bei größeren Pools erste Wahl: Sie funktionieren über eine Sandmasse innerhalb der Filteranlage, in der sich der Schmutz verfängt. Hier wird er durch Rückspülen entfernt. Kartuschenfilter sind weniger leistungsstark, sie eignen sich für kleinere Aufstellbecken. Eine Kartusche filtert in diesen Modellen den Schmutz aus dem Wasser, diese muss allerdings regelmäßig ersetzt werden.
 
Viele Filteranlagen arbeiten mit einem Skimmer: Hier wird durch eine Ansaugöffnung des Filters an der Wasseroberfläche das Beckenwasser ständig angesogen und so Schmutz, der auf der Wasseroberfläche schwimmt, entfernt.
 

Egal, für welchen Filter Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass die Filteranlage den Wasserinhalt Ihres Pools mindestens dreimal pro Tag umwälzt. Und: Die Anlage muss unbedingt an die Größe Ihres Wasserbeckens angepasst sein, damit die Wasserqualität stimmt.
Außerdem benötigt natürlich auch Ihre Filteranlage Pflege: Ein bis zwei Mal in der Woche wird der Filter durchgespült, so ersparen Sie sich die übermäßige Zugabe von Wasserpflegemitteln.

4. So kontrollieren sie das Wasser

Einmal die Woche sollten Sie pH- und Chlor-Wert des Wassers prüfen, mit einfachen Teststreifen. Der pH-Wert sollte immer zwischen 7,0 und 7,4 und der Chlorgehalt zwischen 0,3 und 0,6 mg/l liegen. Liegt der pH-Wert über 8, verliert das Chlor seine Wirkung, Bakterien haben leichtes Spiel.
 
Gegebenenfalls müssen Sie also pH-Wert und Chlorgehalt des Wassers regulieren. Hierfür gibt es pH-Wert-Senker, und -Heber, genau wie Tabletten für die Chlorung.
 
Übrigens: Vor einer Verunreinigung des Wassers mit dem Coronavirus brauchen Sie sich nicht zu sorgen, solange Sie mit Chlorpräparaten arbeiten. Auch bei kleineren Becken können Sie damit arbeiten - und Planschbecken werden ja sowieso regelmäßig mit Frischwasser gefüllt.

Ein Mann macht Algen im Pool weg (Quelle: imago images/Hans Lucas)
5. Das Problem mit den Algen

Grün, grau, bah: Algen verringern den Badespaß doch erheblich. Haben Sie das Problem, reinigen Sie zuerst den Filter gründlich und geben Sie dann Ihr Chlorpräparat ins Wasser. Der pH-Wert des Wassers sollte danach zwischen 7,0 und 7,4 liegen. Notfalls wird hier ebenfalls mit pH-Hebern und -Senkern nachgeholfen. Zuletzt geben Sie ein Algizid nach Packungsanleitung ins Wasser, um eine neue Algenbildung zu verhindern.

 
Hilft das alles nicht, hilft nur eines: Wasser raus, Pool säubern, Frischwasser rein. Achtung: Auch hier gilt § 54 des Wasserhaushaltsgesetzes. Damit muss auch das mit einem Algizid versehene Abwasser zwingend über die Kanalisation abgeleitet oder, bei zum Beispiel Kleingartenanlagen ohne Anschluss an die Kanalisation, von einem Abwasserentsorger abgepumpt werden.

Und dann hineingesprungen!

Pool sauber, alles sauber. Jetzt können Sie Ihren Sommer genießen! Damit Sie dafür einen freien Kopf haben, hier nochmal alle Poolpflichten im Schnell-Überblick:

Pool-Pflege

Täglich:

  • Lassen Sie täglich das Wasser filtern. Dabei gilt: Dass Wasser sollte mindestens dreimal pro Tag umgewälzt werden.
  • Keschern Sie Ihr Wasserbecken ab, selbst wenn Sie einen Skimmer haben.
  • Decken Sie den Pool abends ab, bzw. immer, wenn Sie ihn länger nicht benutzen.
  • Leeren Sie den Skimmerkorb nicht unbedingt täglich, aber doch mehrmals in der Woche.

Wöchentlich:

  • Messen und regulieren Sie wöchentlich den pH-Wert und Chlor-Gehalt des Wassers.
  • Reinigen Sie einmal in der Woche Boden und Wände.
  • Säubern Sie Filter und Skimmer.
  • Füllen Sie Ihren Pool als Ausgleich für Verdunstung und Spritzwasser mit Frischwasser auf.

Einmal im Jahr:

  • Machen Sie Ihren Pool winterfest. Bauen Sie abbaubare Modelle ab, lassen Sie andere Pools mit niedrigem Wasserpegel (etwas unterhalb der technischen Einbauten) und einer Abdeckung überwintern.
  • Reinigen Sie den Pool vor Saisonstart gründlich, entleeren Sie gegebenenfalls das Altwasser und lassen Sie neues Wasser ein.
  • Erneuern Sie den Filtersand. Je nach Stand muss der Sand etwa alle zwei bis fünf Jahre ausgewechselt werden.