Viele Pakete auf einem Förderband (Quelle: imago images/biky)
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Mi 29.01.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Paketpreise: Abzocke bei der Deutschen Post?

Bundesnetzagentur überprüft Preiserhöhung

Wenn Sie im Januar schon ein Paket verschickt haben, ist es Ihnen vielleicht aufgefallen: Seit Jahresbeginn müssen Sie für den Paketversand bei der Deutschen Post mehr zahlen. Die Post hat für alle Pakete, außer das Päckchen S, die Preise angehoben - teilweise um bis zu einen Euro. Nun prüft die Bundesnetzagentur genau diese Preiserhöhung.
 
Im Gegensatz zum Briefporto müssen Paketpreise zwar nicht genehmigt werden, aber: "Es gibt deutliche Hinweise, dass die Post einseitig zu Lasten von Privatkunden ungerechtfertigte Erhöhungen der Paketpreise vorgenommen hat", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.  

Unzulässige Preiserhöhung?

Die Bundesnetzagentur kritisiert zwei Punkte: Zum einen vermutet die Regulierungsbehörde, dass die neuen Paketpreise über den tatsächlichen anfallenden Kosten liegen, also überhöht sind. Zum anderen äußert sie Bedenken gegenüber den unterschiedlichen Preisen am Schalter und im Onlineshop der Detuschen Post AG. Denn online frankierte Pakete sind deutlich günstiger.
 
Schon vor der Preiserhöhung zum 1. Januar 2020 hatte die Bundesnetzagentur die Deutsche Post über ihre Bedenken informiert. Die hat wiederum bisher nicht nachweisen können, wie die neuen Preise zu rechtfertigen sind.

Wie geht es weiter?

Das nun eingeleitete offizielle Verfahren muss innerhalb der nächsten zwei Monate abgeschlossen werden. Je nach Ergebnis kann die Bundesnetzagentur die Deutsche Post auch dazu auffordern, einen festgestellten sogenannten Preishöhenmissbrauch abzustellen und die Preise anzupassen.