Ein Liegestuhl, ein Handtuch, eine Taucherbrille, eine Plastikpalme und Reisekataloge liegen zur Dekoration in einem Schaufenster eines Reisebüros (Quelle: imago images/Andreas Haas)
Bild: imago images/Andreas Haas

Fr 05.06.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 5 Minuten - Urlaub: Ende der Reisewarnung für Europa

Update: Darauf sollten Sie bei der Urlaubsplanung achten

Urlaub 2020? Das wirkte noch vor wenigen Wochen undenkbar. Doch jetzt scheint der Holz-Bungalow in Dänemark oder der Campingplatz in Kroatien im Sommer nicht mehr ganz so abwegig. Denn die weltweite Reisewarnung, die das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen hat, wird teilweise aufgehoben. Ab dem 15. Juni ist das Reisen in die meisten europäischen Länder wieder möglich. Die Reisewarnung wird durch individuelle Reisehinweise ersetzt. Daher gibt es bei Ihrer Urlaubsplanung immer noch eine Menge zu beachten. Und erst recht bei den bereits gebuchten Reisen für diesen Sommer.

Reisen mit Einschränkungen

Zuallererst der Dämpfer: Unbeschwertes Reisen wird trotz der Aufhebung der Reisewarnung nicht überall möglich sein. Denn jedes Land hat eigene Reisebestimmungen erlassen.

So müssen Einreisende in Großbritannien aktuell für 14 Tage in Quarantäne. In Norwegen dürfen Ausländer voraussichtlich erst wieder ab Ende August einreisen. Auch Spanien hat seine Einreisesperre verlängert, aktuell bis zum 21. Juni für Reisende aus dem Schengenraum.

Außerdem kann eine Reisewarnung natürlich auch wieder aktiviert werden, etwa, wenn die Corona-Fallzahlen steigen. Daher sollten Sie sich auf jeden Fall vor einer Buchung über die aktuellen Reisebestimmungen des jeweiligen Landes informieren. Sonst ist die Urlaubsvorfreude schnell vorbei.

Corona-Gefahr kein Stornierungsgrund

Wenn Sie schon länger eine Reise gebucht hatten und diese aufgrund der aktuellen Lage im Urlaubsland nun doch nicht antreten möchten, ändern sich allerdings jetzt Ihre Rücktrittsmöglichkeiten. Denn durch die Aufhebung der Reisewarnung können Sie sich nicht mehr auf diese für Stornierungen berufen. Dafür könnten jetzt Kosten anfallen.

Aber auch ohne Reisewarnung des Auswärtigen Amtes kann es immer noch zu außergewöhnlichen Beeinträchtigungen kommen, die eine kostenlose Stornierung möglich machen. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise weiterhin Einreise- oder Ausgangsbeschränkungen in Ihrem Zielland gelten oder Sie dort in Quarantäne müssten.

Wenn die Infiziertenzahl in Ihrem Reiseland wieder stark ansteigt, dürfte das hingegen laut Reiserechtsexperte Robert Bartel von der Verbraucherzentrale Brandenburg keine kostenlose Stornierung rechtfertigen. Gleiches gilt für Hygiene- und Abstandsregeln oder auch die Maskenpflicht. Da hilft auch keine Reiserücktrittsversicherung, denn hier werden Ereignisse höherer Gewalt wie eben eine Pandemie, Anschläge oder Naturkatastrophen ausgeschlossen.

Sollten Sie auf Reisen sein, und die Grenzen Ihres Urlaubslands werden plötzlich wieder geschlossen, können Sie nicht auf eine erneute Rückholaktion des Auswärtigen Amts hoffen. Unter anderem deswegen wird die Reisewarnung für viele Länder außerhalb der EU länger bestehen bleiben.

Was ist mit Ländern außerhalb der EU?

Für mehr als 160 Länder hat Maas die Reisewarnung bis zum 31. August verlängert. Es könnte in diesem Zeitraum zwar zu Ausnahmen kommen, das hängt allerdings an der Einigkeit der EU-Minister. Für Deutschland wäre zum Beispiel eine Aufhebung der Reisewarnungen für die Türkei, Ägypten und Tunesien interessant. Diese Länder sind gerade dabei, den Flugverkehr - auch nach Deutschland - wieder aufzunehmen.

Theoretisch können Sie auch in Länder reisen, in denen eine Reisewarnung gilt. "Eine Reisewarnung ist ja kein Reiseverbot", betont Außenminister Heiko Maas. Allerdings geht das erstens nur für Individualreisende - Pauschalreisen werden nicht angeboten. Zweitens ist zudem das Risiko um ein vielfaches höher - und Ihr Versicherungsschutz wird empfindlich eingeschränkt.

Regelmäßig über die Lage informieren

Da es sehr schwierig ist, während der Corona-Pandemie längerfristige Voraussagen zu treffen, sollten Sie sich regelmäßig über die Situation in Ihrem Urlaubsland informieren, auch über Ihren Reiseanbieter. Sie sind Individualreisender? Dann fragen Sie bei allen Buchungen nach den genauen Stornierungsbedingungen oder wählen gleich Anbieter aus, die eine möglichst lange kostenlose Stornierungsfrist anbieten.