EIn Kassenbon, darauf sind die alten Mehrwertsteuersätze durchgestrichen und die neuen in rot danebengeschrieben (Quelle: imago images/Christian Ohde)
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Mo 15.06.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Mehrwertsteuer-Senkung: Was wird billiger?

Das Statistische Bundesamt wagt einen Ausblick

Wenn die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli in Kraft tritt, könnten die Verbraucherpreise - bei einer vollständigen Weitergabe an die Kunden - um 1,6 Prozent sinken. Soweit immerhin die aktuelle Berechnung des Statistischen Bundesamts.

Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Inflationsrate sind allerdings nur schwer abschätzbar, so das Bundesamt. Denn zum einen ist derzeit unklar, inwieweit die Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben wird, gesetzlich gibt es dazu keine Pflicht. Zum anderen werde die "Preisentwicklung insgesamt auch von vielen anderen Effekten bestimmt".

Hinzu kommt: Die Steueränderungen wirken sich nicht auf alle Waren und Dienstleistungen gleichermaßen aus, einzelne Gütergruppen werden unterschiedlich beeinflusst. Für die Modellrechnung hat das Statistische Bundesamt daher mit einem maßgeblichen Warenkorb gearbeitet: Für 70 Prozent des Korbs gilt der volle oder der ermäßigte Steuersatz, 30 Prozent sind ohnehin von der Mehrwertsteuer befreit. Wohnungsmieten, die einen erheblich Einfluss auf die Preisentwicklung hätten, sind zum Beispiel nicht betroffen.

Die 1,6 Prozent sind somit lediglich ein Durchschnittswert über die gesamte Breite des Warenkorbs, mit dem die Statistiker Ihre Berechnungen angestellt haben.

Maßnahme zur Krisenbewältigung

Die Senkung der Mehrwertsteuer ist eine Maßnahme zur Krisenbewältigung infolge der Coronavirus-Pandemie, sie soll die Binnennachfrage stärken. Die Mehrwertsteuer wird dafür von 19 Prozent auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben Prozent auf fünf Prozent gesenkt.