Personen am Flughafen (Quelle: imago / ZUMA Press)
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Mo 27.07.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Corona-Tests an Flughäfen: machen oder nicht?

Aktueller Stand zur Umsetzung, Kosten und Konsequenzen

Wir stecken mitten in der Ferienzeit, viele Menschen fahren wieder in den Urlaub. Damit die Reisefreude nicht von einer neuen Pandemiewelle überdeckt wird, müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten wie der Türkei, den USA oder Luxemburg sich unmittelbar nach der Reise auf das Coronavirus testen lassen. Wer mit dem Flugzeug oder einem Schiff aus einem Risikogebiet einreist, muss den Test direkt am See- oder Flughafen machen.
 
Eine entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.
 
Das Robert-Koch-Institut listet aktuell weltweit rund 130 Staaten als Risikogebiete, darunter Ägypten, Israel, die Türkei, Südafrika, die USA, aber auch Luxemburg. Auch Rückkehrer aus Nicht-Risikoländern können sich innerhalb von 72 Stunden testen lassen – allerdings nicht am Flughafen, sondern in einer Arztpraxis oder beim Gesundheitsamt. Ob die Kosten dabei übernommen werden, ist noch unklar. Für Reisende mit dem Auto gibt es noch keine Regelung.

Testangebot der Flughäfen im Überblick

Für die Umsetzung der Testpflicht sind die Länder zuständig. An den Flughäfen werden Testzentren eingerichtet, wo Urlauber direkt nach der Einreise einen PCR-Test durchführen können. Geschultes Personal nimmt mit einem Wattestäbchen einen Abstrich aus Nase, Mund und Rachen. Für die Reisenden soll der Test kostenlos sein. An den Berliner Flughäfen sollen die Tests voraussichtlich ab kommender Woche möglich sein. An anderen Flughäfen geht es schon jetzt.
 

  • Berlin Tegel: Tests sollen zeitnah möglich sein
  • Berlin Schönefeld: Tests sollen zeitnah möglich sein
  • Leipzig/Halle: kostenloser Test für alle Reiserückkehrer
  • Nürnberg: kostenloser Test möglich
  • Frankfurt (Main): Test bereits möglich, aktuell noch kostenpflichtig (59-139 Euro)
  • München: Test möglich, aber nur für Rückkehrer aus Risikogebieten kostenlos, Anmeldung erforderlich

Hintergrund der Pflicht-Test

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionen in einigen Urlaubsgebieten, haben immer mehr Politiker gefordert, die Coronatests für Rückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend zu machen, darunter Christian Lindner (FDP), Alexander Dobrindt (CSU) und Helge Braun (CDU). Die bisherige Testung der Rückkehrer auf freiwilliger Basis habe Grenzen, sagte Braun im rbb. Meistens seien es "die fürsorglichen Menschen, die sich auch im Urlaub ohnehin sehr vorsichtig verhalten haben, die freiwillige Angebote wahrnehmen", sagte er. Diejenigen, die "eher sorglos" seien, nähmen dann auch den freiwilligen Test nicht wahr. Deswegen halte er es für richtig, für eine "stärkere Verbindlichkeit" bei den Corona-Tests für Reiserückkehrer zu sorgen.
 
Inwiefern eine Testpflicht aus rechtlicher Sicht umsetzbar ist, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn überprüft.