Ein Modellfigürchen mit vollem Einkaufswagen vor dem Schriftzug "MWST %" (Quelle: dpa)
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Do 23.07.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Kauflaune: Studie zeigt Besserung

Konsumforscher sehen Mehrwertsteuer-Effekt

Erste Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung kündigen sich an: Eine Studie des Nürnberger Unternehmen GfK zeigt, dass wir alle wieder mehr einkaufen, die Konsumlaune steigt. Für August sagen die Konsumforscher einen Anstieg ihres Barometers von gut neun Punkten auf minus 0,3 Punkte voraus. Damit hat das Barometer seit dem Corona-Tiefpunkt im Frühjahr insgesamt 23 Punkte zugelegt. Der längerfristige Mittelwert liegt in Deutschland etwa bei plus 10.

Als Hauptgrund für diesen Anstieg sehen die Forscher die Absenkung der Mehrwertsteuer, sie hat laut GfK immense Kaufanreize zur Folge. "Die Anschaffungsneigung ist sehr stark angestiegen", so GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl bei der Vorstellung der Konsumklima-Studie für den Monat Juli. "Die Verbraucher beabsichtigen offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen", interpretiert Bürkl die Ergebnisse der Studie.

Zweifel an nachhaltigem Effekt

Die GfK bezweifelt allerdings die Nachhaltigkeit der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung: "Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt." Im Vorfeld vergangener Steuererhöhungen habe es erhebliche Vorzieheffekte gegeben. Doch auch wenn die Effekte nicht nachhaltig sind - die Steuersenkung stelle eine wichtige Stütze für die Binnennachfrage im laufenden Jahr dar, so die Experten.

V-förmige Erholung des Konsums

Unabhängig von steuerlichen Effekten geht das Konsumklima laut GfK wieder deutlich und überraschend steil nach oben - es zeichne sich eine V-förmige Entwicklung ab: "Auf einen scharfen Einbruch der Konsumstimmung folgt unmittelbar eine rasche Erholung". Komplett Entwarnung geben die Forscher allerdings noch nicht: Wie schnell sich Deutschland tatsächlich wirtschaftlich erholt, läge vor allem an den Fragen, ob eine zweite Infektionswelle bevorsteht, ob es zu einer erhöhten Zahl an Insolvenzen kommt und wie sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt entwickelt.