Frau gefrustet vorm Laptop (Quelle: imago images/photothek)
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Mo 20.07.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Käuferschutz: großes Versprechen, nichts dahinter?

Worauf Sie beim Online-Käuferschutz achten sollten

Man kennt ihn etwa von Paypal oder auch Amazon: den viel gepriesenen Käuferschutz. Der soll sicherstellen, dass Verbraucher bei Problemen mit Onlinehändlern nicht allein gelassen werden. Etwa, wenn die Ware nicht ankommt oder der Preis für ein beschädigtes Produkt nicht erstattet wird. Aber was sichert der Käuferschutz eigentlich genau ab? In welchem Fall? Und lohnt sich das?

Stiftung Warentest hat sich des Themas angenommen und von Finanztest elf Anbieter von Käuferschutzangeboten checken lassen. Die Meinung der Experten: Grundsätzlich sind die verbesserungswürdig. "In allen Fällen gilt: Beantragt der Kunde das Angebot nicht in einer bestimmten Frist, verfällt der Anspruch", so Finanztest. Die Prüfer kritisieren außerdem, dass bestimmte Produktgruppen wie Gutscheine und Arzneimittel in der Regel vom Käuferschutz ausgeschlossen sind.

Kommt die Ware nicht, stehen die Chancen gut

"Kommt die Ware trotz geleisteter Vorauszahlung gar nicht erst an, hat der Kunde die besten Chancen auf Erstattung", haben die Tester heraus gefunden. Hier kann der Käuferschutz "ein bequemer Weg sein, den Kaufpreis zurückzuholen“.

Wenn etwa die gelieferte Ware von der ursprünglichen Bestellung abweicht, greifen einige Käuferschutzangebote aber schon nicht mehr. Auch wenn ein Händler den Kaufpreis für zurückgeschickte Ware nicht zurückzahlt, greift der Käuferschutz häufig nicht. Die Kosten für die Rücksendung selbst sind laut Finanztest "nur bei wenigen Anbietern" Teil der Erstattung - und vier der getesteten Angebote gelten nur bis zu einem Höchstbetrag pro Einkauf.

Das können Sie tun

Bevor Sie etwas kostspieliges im Internet kaufen oder bezahlen, prüfen Sie die Konditionen des Käuferschutz genau. Eventuell sehen Sie, dass ein anderer Händler oder eine andere Handelsplattform, die den gleichen Artikel anbieten, Sie in dem Fall besser absichert - dann kann es sinnvoll sein, dort zu kaufen, auch wenn der Grundpreis vielleicht höher ist.

Natürlich geht vieles über den Käuferschutz einfacher und auch schneller, aber eben nicht immer. In diesen Fällen können Sie sich auch an eine Schlichtungsstelle wenden, für den Onlinehandel wäre das die seit diesem Jahr bestehende Universalschlichtungsstelle. Außerdem sollten Sie immer im Hinterkopf behalten: Sie haben natürlich auch die ganz normalen gesetzlichen Kundenrechte. „Die können Sie notfalls einklagen", erklären die Tester.

Den kompletten Test der Käuferschutzangebote finden Sie auf den Seiten von test.de (kostenpflichtig).