Restmüll in der Tonne (Quelle: dpa)
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Di 28.07.2020 | Dossier | Lesedauer etwa 5 Minuten - Hausmüll-Analyse: zu viel Müll im Restmüll

Insgesamt weniger Restmüll, dafür mit Bioabfall, Papier & Batterien durchsetzt

35 Jahre, so lange hat in Deutschland keine Restmüll-Analyse mehr stattgefunden. Jetzt aber ist es wieder so weit - die Ergebnisse der aktuellen Restmüll-Analyse des Umweltbundesamts (UBA) liegen vor. Erstes Ergebnis: Wir Deutschen können weniger Müll.

Im Vergleich zur letzten Analyse von 1985 fällt heute nur noch fast halb so viel Restmüll pro Einwohner und Jahr an. Die Menge sank von 239 auf 128 Kilogramm. Vor allem Altpapier, Altglas, Metalle und Kunststoffe landen seltener in der Restmülltonne als damals, teils mit Rückgängen von bis zu 80 Prozent. 

Ruf als Supermülltrenner zu Unrecht

Schaut man auf den Gesamtmüll der Deutschen, ergibt sich aber leider kein abfallsparendes Bild - vielmehr verteilen und trennen wir unseren Müll besser.

Allerdings immer noch nicht gut genug. Denn das zweite Ergebnis zeigt: Wir können zwar trennen, aber nicht richtig. Immer noch landet vor allem zu viel Biomüll in deutschen Restmüll-Tonnen. Fast 40 Prozent des Gewichts sind Bioabfälle, wie das Umweltbundesamt ermittelt hat. Außerdem zu oft im Restmüll: Papier, Glas, Plastik. Gut ein Viertel sind solche recyclingfähigen Wertstoffe. Und dann ist da noch der Problemabfall, Batterien oder Akkus etwa. Er macht 0,5 Prozent des Inhalts der Restmülltonnen aus - und das , obwohl er "verpflichtend getrennt gesammelt werden muss", so das UBA.

Und wer sich jetzt fragt, wie viel Restmüll überhaupt noch in der Restmülltonne landet: Es ist etwa ein Drittel des gesamten Mülls in den Restmüll-Containern und -Tonnen. Und das, obwohl es Altglas-Container und Batterie-Sammelstellen, Biotonnen und Wertstofftonnen gibt. Nächstes mal könnte das Umweltbundesamt ja die mal genauer untersuchen - mal schauen, was sich dann dort darin findet!

Quelle: Umweltbundesamt 2020

In Handarbeit erlesene Ergebnisse

Apropos finden: Wer sich fragt, wie die Analyse zustande gekommen ist - in Handarbeit. Abfallexperten haben im Auftrag des Umweltbundesamts seit 2018 per Hand 504 Stichproben sortiert, das entspricht dem Inhalt von mehr als 2.800 Mülltonnen.

Dabei fiel auch auf, wer am meisten Restmüll produziert: Die Städter sind es. Hier fallen im Schnitt 151,1 Kilo pro Einwohner und Jahr an. In ländlichen Regionen sind es 124,5 Kilo, in Kleinstädten lediglich 110,5 Kilo. In Großstädten ist das ungenutzte Recycling-Potenzial also am größten, hier will das UBA ansetzen.

Freiwillig oder verpflichtend?

Das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt wollen die Verbraucher vor allem besser informieren - und das Recyclen noch weiter vereinfachen: Sammelsysteme - wie gekennzeichnete Boxen für Batterien in Supermärkten - und Rücknahmeangebote für Elektrokleingeräte und Energiesparlampen müssen laut UBA massiv erweitert werden.

Um aber zum Beispiel das Problem mit den massenhaften Bioabfällen im Restmüll zu lösen, fordert das Umweltbundesamt eine bundesweite Biotonnen-Pflicht. So ganz freiwillig werden wir anscheinend doch nicht zu den Supermülltrennern, die wir gerne wären.