Jemand zahlt mit der EC-Karte (Quelle: dpa)
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Di 18.08.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Bargeldloses Zahlen: teure Überraschung

Gebühren von bis zu 50 Cent pro Bezahlvorgang

Was haben wir nicht alles in den vergangenen Monaten gelernt: exponentielles Wachstum, Reproduktionszahlen, Maske auf - und gezahlt wir nur noch mit Karte. Bloß nichts anfassen ist die Devise. Doch der Trend zur Kartenzahlung kann ins Geld gehen! Stiftung Warentest berichtet in der aktuellen "Finanztest", dass bei gut einem Sechstel aller untersuchten Kontenmodelle Gebühren für die Kartenzahlung fällig werden.
 
Insgesamt hatten die Tester 294 Kontomodelle von 125 Kreditinstituten untersucht, dabei wurden 55 Modelle gefunden, bei denen für jedes Bezahlen mit der EC-Karte Gebühren anfallen - in Höhe von bis zu 50 Cent pro Bezahlvorgang.
 
"Diese Gebühren gab es bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Sie fielen jedoch kaum auf, weil viele Menschen bar bezahlten", so "Finanztest"-Expertin Heike Nicodemus.

Weniger Bargeld, geringeres Infektionsrisiko?

Anfang Juli gaben in einer YouGov-Befragung 35 Prozent der Verbraucher an, zum Schutz vor möglichen Ansteckungen seit Beginn der Pandemie in Geschäften seltener bar zu zahlen. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Infas Quo zeigte zur gleichen Zeit, dass fast die Hälfte aller Bezahlvorgänge im Untersuchungszeitraum Mai/Juni per Girocard, also EC-Karte, erfolgte.
 
Dabei erhöhte sich die Nutzung der Kartenzahlung von Mai auf Juni laut den Marktforschern um 14 Prozent, von 4,2 auf 4,8 Einkäufe. Die Barzahlung hingegen wurde weniger genutzt - sie sank von 4 auf 3,7 Einkäufe. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Befragten gab an, in Pandemiezeiten verstärkt die Kontaktlosfunktion der EC-Karte zu nutzen.