Ein Polizist winkt an einer Corona-Teststation einen Wagen auf eine Fahrspur (Quelle: dpa)
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Do 27.08.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Corona: Reisewarnungen verlängert

Mehr als 160 Länder weiterhin kritisch

Die weltumspannende Reisewarnung für rund 160 Staaten wurde von der Bundesregierung verlängert. Sie gilt jetzt bis zum 14. September. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts begründete den Schritt mit den vielerorts steigenden Corona-Infektionszahlen: "Die Lage wird sich bis Mitte September nicht ausreichend entspannen, um die weltweite Reisewarnung aufheben zu können".
 
Die Reisewarnung gilt für sogenannte Drittstaaten, also Länder, die nicht Mitglied der EU sind oder zum Schengenraum gehören, also etwa auch Großbritannien.
 
Für Reise-Rückkehrer aus diesen Gebieten gilt aktuell noch, dass sie sich nach der Einreise in Deutschland auf das neuartige Coronavirus testen lassen müssen, wenn sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in Quarantäne begeben. Ab dem 1. Oktober soll die Regelung geändert werden: Reisende aus Risikogebieten sollen dann eine Corona-Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr beenden können.

Kritik und Lob

Die Corona-geplagte Reisebranche reagierte mit scharfen Worten auf die Entscheidung, Fakten würden vernachlässigt, so der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) drängte gleichzeitig auf eine "differenzierte Risikobewertung anhand objektiver Kriterien". Für Länder, deren Infektionsgeschehen auf einem unkritischen Niveau liegt und die ihrerseits Einreisen zulassen, sollte laut Rabe die Warnung aufgehoben werden.
 
Verbraucherschützer hingegen begrüßen, dass Pauschalreisende nun Rechtssicherheit hätten. Urlauber seien nun berechtigt, ihre Pauschalreisen zu stornieren, ohne dafür hohe Stornierungskosten tragen zu müssen, erklärte Nicole Mertgen-Sauer, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Bremen.