Ein rotes Ampelmännchen direkt vor einer Filiale der Deutschen Bank (Quelle: dpa)
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Di 22.09.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Deutsche Bank: 100 Mal ist Schluss

Filialschließungen im großen Stil

Jede fünfte Filiale soll dran glauben: Die Deutsche Bank will über 100 der derzeit noch gut 500 Geschäftsstellen im Zuge der Corona-Krise schließen, ein Sprecher des Konzerns bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte.

Selbstbedienung am Postbank-Terminal

Die Pläne für die Ausdünnung des Filialnetzes sollen laut Unternehmensangaben "so schnell wie möglich" umgesetzt werden. Für die Kunden sieht die Deutsche Bank dabei keinen Nachteil: "Die Beratung wird mehr außerhalb der Filiale stattfinden", so Philipp Gossow, Leiter des
Privatkundengeschäfts bei der Deutschen Bank. Gleichzeitig sollen Kunden demnach künftig den Selbstbedienungsbereich von Filialen der zum Konzern gehörenden Postbank nutzen können.
 
Als Grund für die Filialschließungen wurde die Coronapandemie angeführt: Kunden akzeptierten die Beratung per Telefon oder online stärker als vor der Pandemie, hieß es. Das zeigen auch Zahlen des Unternehmens - während der zwischenzeitlichen Geschäftsschließungen nahmen Online- und Mobile-Banking bei der Deutschen Bank demnach um sieben Prozent zu. Die Nachfrage der Kunden nach Beratung steigt also an, "die Kunden gehen dafür aber seltener in die Filiale", sagte Gossow.

Personalabbau lange geplant

Laut Gossow ist der Stellenabbau, der im Zuge der geplanten Filialschließungen stattfinden wird, bereits seit 2019 geplant gewesen. Demnach sollen bei der Deutschen Bank bis 2022 rund 18.000 Stellen wegfallen.