Eine Lebensversicherung der Allianz unter der Lupe (Quelle: dpa)
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Fr 09.10.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minute - Lebensversicherung: Allianz kippt die Beitragsgarantie

Das sind Ihre Alternativen

Die Allianz-Versicherung bietet ab 2021 für Lebensversicherungen keine volle Beitragsgarantie mehr an. Zwischen 60 und 90 Prozent der Einzahlungen werden - je nach Kundenwunsch - dann nur noch garantiert, so Deutschlands größter Lebensversicherer. Das Unternehmen reagiert damit auf die "anhaltende Nullzins-Phase".

Wer Risiken eingeht, gewinnt

Bei Neuverträgen wird dann vermehrt auf "chancenorientierte Anlagen wie Aktien, alternativen Anlagen, Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen" gesetzt, auf Risiko also. Je niedriger die Beitragsgarantie, desto höher dabei der Anteil "chancenorientierter Anlagen". Nur so ließen sich in Zeiten von Null- und Negativzins - im Firmensprech - "attraktive und sichere Lösungen gestalten".
 
Heißt: Mit einer Beitragsgarantie darf die Allianz, "viele Dinge nicht tun, die risikohaft sind", so Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen im Gespräch mit SUPER.MARKT. Aber nur, wer Risiken eingehe, kann derzeit gewinnen. "Es ist also vollkommen nachvollziehbar, dass das nun passiert", so Tenhagen. Seiner Meinung nach werden andere Versicherer nachziehen.

Altersvorsorge "neu denken"?

Bei Altersvorsorgeprodukten, bei denen es gesetzlich vorgeschrieben ist, also etwa bei der betrieblichen Altersversorgung und den Riester-Verträgen, bleibt die volle Beitragsgarantie. Der Versicherungskonzern fordert hier von der Politik allerdings "rasch" Anpassungen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schließt sich dem an: "In einer Welt ohne positiven Nominalzins muss die Altersvorsorge neu gedacht werden - und das gilt auch für Riester und die betriebliche Altersversorgung". Der GDV fordert deshalb flexiblere gesetzliche Garantieanforderungen, einfachere Förderregeln und weniger Bürokratie.

Das sind Ihre Alternativen

Hermann-Josef Tenhagen rät den SUPER.MARKT-Zuschauern, bei der Altersvorsorge trotzdem noch auf diese geförderten Produkte zu setzen: Riester oder Rürup. "Dann reicht es mir, wenn der Versicherer null garantiert. Denn mit der Förderung vom Staat bedeutet das für mich schon ein Plus."
 
Auch die Betriebsrente ist eine gute Option. Hier sollte der Chef allerdings "einen ordentlichen Schluck dazutun", so Tenhagen: "15 Prozent müssen gesetzlich sein, besser wären 25 Prozent", so der Finanzexperte. "Sonst kann der Verbraucher auch einen Indexfonds machen."
 
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