Rauch steigt in einen Rauchwarnmelder auf, der an der Decke montiert ist (Quelle: imago images/Shotshop)
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Di 10.08.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Rauchwarnmelder-Pflicht: Schon eingebaut?

Einbaufrist längst angelaufen

Am Freitag, 13. August, ist offizieller Rauchmelder-Tag. Für uns ein Anlass, mal nachzufragen: Haben Sie oder Ihr Vermieter schon Rauchwarnmelder in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus installiert? Die könnten irgendwann mal wichtig werden, auch wenn man es nicht will: "Im Brandfall bleiben einem Menschen durchschnittlich nur 120 Sekunden Zeit, sich und die Familie in Sicherheit zu bringen", so das Forum Brandrauchprävention e.V., ein Zusammenschluss von Deutschem Feuerwehrverband, Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks und anderen.
 
Zur Förderung des Brandschutzes gilt seit 2017 eine Rauchwarnmelder-Pflicht für Neu- und Umbauten, die entsprechende Frist für Altbauten lief in Berlin und Brandenburg am 31. Dezember 2020 ab. Die kleinen runden Geräte müssen nun in allen Wohnräumen und Fluren, die Fluchtwege sind, an der Decke angebracht werden. Küche und Bad bleiben hingegen rauchwarnmelderfrei.

Was bedeutet die Rauchmelder-Pflicht für Mieter?

Für die Installation der Rauchwarnmelder ist der Bauherr beziehungsweise der Vermieter verantwortlich. "Die Installation ist eine Modernisierungsmaßnahme, die wegen der Bauordnung zu dulden ist. Das heißt, acht Prozent der Kosten dürfen auf den Mieter abgewälzt werden", so Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mieterverein e.V. Wenn Sie als Mieter bereits Rauchwarnmelder in der Wohnung angebracht haben, muss der Vermieter seiner Pflicht - laut Wild - trotzdem nachkommen.
 
Die Wartung der Geräte muss wiederum vom Mieter übernommen werden. Dafür müssen Sie jedoch keinen Fachmann engagieren - es gibt dafür die Anwendungsnorm DIN 14676, nach der Sie die Wartung selbst vornehmen können. Genaueres hierzu finden Sie beispielsweise im Infoblatt zur Rauchwarnmelderpflicht des Berliner Mieterverein e.V. Der Vermieter kann die Wartungspflicht aber auch vom Mieter übernehmen - das sollte aber schriftlich festgehalten werden.
 
Übrigens: In Brandenburg muss der Vermieter auch für die Wartung der Rauchwarnmelder aufkommen.

Frist verstrichen, keine Rauchwarnmelder - und dann?

Wenn der Vermieter bis zum 31. Dezember 2020 keine Rauchwarnmelder bei Ihnen in der Wohnung angebracht hat, verstößt er damit gegen die Bauordnung. Ein Bußgeld hat er jedoch nicht zu befürchten, denn das ist gar nicht erst vorgesehen.
 
Allerdings liegt bei fehlenden Rauchwarnmeldern ein Mangel vor, denn ab dem 1. Januar 2021 gehören Rauchmelder zum Mindeststandard in Wohnungen. Aber: "Eine Mietminderung wegen fehlender Rauchwarnmelder hat möglicherweise vor Gericht keinen Bestand, weil es wegen der geringen Kosten als Marginalsache angesehen werden könnte. Eine Prognose dazu können wir aber nicht abgeben", so Reiner Wild.
 
Am besten also, Sie sprechen erstmal mit Ihrem Vermieter und weisen auf die Einbaupflicht für Rauchwarnmelder hin. Reiner Wild gibt aber noch zu bedenken, dass die Kosten für den Einbau von Rauchwarnmeldern dauerhaft Bestandteil der Miete werden, wenn der Vermieter dies übernimmt. "Gerade die Einbaukosten spart der Mieter, wenn er die Rauchwarnmelder selbst anbringt oder von einem Bekannten, Freund oder Familienangehörigen montieren lässt, falls er selbst nicht dazu in der Lage ist.